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St.-Marien-Kirche

St.-Marien-Kirche in Datteln-Ahsen
St.-Marien-Kirche in Datteln-Ahsen

Anschrift
Vogelsangweg 4
45711 Datteln-Ahsen

Navigationsanschrift
Recklinghäuser Str. 3
45711 Datteln

Gottesdienste
Hier: Zu den Gottesdienstzeiten

Öffnungszeiten
Die St.-Marien-Kirche ist tagsüber grundsätzlich geöffnet.

Die St.-Marien-Kirche heute

Die St.-Marien-Kirche im Zentrum des zu Datteln gehörenden Dorfes Ahsen ist eine Filialkirche der Katholischen Kirchengemeinde St. Amandus Datteln.

Der größte Teil des heutigen Gebäudes stammt aus den Jahren 1969-1971. Der rückwärtige Teil der St.-Marien-Kirche mit dem barocken Portal, das heute nicht mehr genutzt wird, ist der älteste Teil der Kirche und stammt aus den Jahren 1723-1726.

Der Innenraum wurde in den Jahren 2019/2020 umfangreich saniert. In diesem Zuge wurden u.a. der Altar weiter in das Kirchenschiff vorgezogen und die Bestuhlung so angeordnet, dass der Altar als Mittelpunkt der versammelten Gemeinde stärker betont wird. Die neu anschaffte Bestuhlung ermöglicht, den Kirchenraum flexibel für unterschiedliche Arten von gottesdienstlichen Feiern zu nutzen.

Ausgewählte Ausstattungsgegenstände in der St.-Marien-Kirche

Skulptur „Christus am Kreuz“

Der älteste und kunsthistorisch bedeutendste Ausstattungsgegenstand in der St.-Marien-Kirche ist die Skulptur „Christus am Kreuz“, die ihren Platz vor der Sanierung 2019/2020 an dem Kreuz mittig über dem Altar hatte und künftig an der Wand rechts vom Altar ihren Platz finden wird.

Die Skulptur aus dem 13. Jahrhundert besteht aus Eichenholz und war ursprünglich vermutlich auf einem Astkreuz angebracht, das über die Zeiten verloren gegangen ist bzw. ersetzt wurde.

Der zierlich wirkende Korpus zeigt in seiner feinteiligen Schnitzerei in eindringlicher Deutlichkeit das Leiden des sterbenden Christi. Es ist ein insgesamt ausgemergelter Körper mit angespannten Muskeln und Nervensträngen und schmerzverzerrtem Gesicht zu sehen. Christus hält den Kopf leicht nach rechts gesenkt und die Augen geschlossen, den Mund jedoch leicht geöffnet. Gesichtslinien, Haupt- und Barthaar sind ebenso erkennbar, wie die Falten des Lendentuches, das über der rechten Hüfte geknotet ist. Am durchhängenden und zugleich angespannten zierlichen Oberkörper sind die vorstehenden Rippen deutlich erkennbar. Auch die durchhängenden Arme und die übereinandergelegen leicht angewinkelten Beine kennzeichnen den sterbenden Menschen.

Auf der Rückseite enthält die Skulptur den Verschluss eine Aushöhlung. Über den Inhalt der Aushöhlung ist nichts bekannt, da sie sich nicht ohne Folgeschäden öffnen lässt. Denkbar ist, dass sich dort – wie auch im Amanduskreuz in der St.-Amandus-Kirche – Reliquien befinden oder befunden haben. Im Zuge der laufenden Restaurierung soll eine Untersuchung vorgenommen werden.

Die Kreuzbalken selbst wurden mehrfach erneuert; im Zuge der Renovierung 2019/2020 wird das bisherige Kreuz aus breiten Quer- und Längsbalken und einer prägenden goldenen Schreibe oberhalb des Kopfes des Korpus, in die ihrerseits ein Kreuz eingearbeitet ist, durch ein schlichtes Holzkreuz ersetzt werden.

Bei der Wiedereröffnung der St.-Marien-Kirche am 02.02.2020 fehlen Skulptur und das neue Kreuz noch, da die Restaurierung noch nicht abgeschlossen ist.

 

Bildnis Mariä Heimsuchung

[Text folgt]

Die Baugeschichte der St.-Marien-Kirche

Laut einer Aktennotiz, die ungefähr aus dem Jahr 1580 stammen soll, wurde die erste Kapelle in Ahsen im Jahr 777 von Karl dem Großen errichtet, als er auf dem Durchzug von Wesel entlang der Lippe nach Paderborn mit großem Gefolge in der Umgebung von Ahsen lagerte. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle als Filialkirche von St. Amandus Datteln stammt aus dem Jahr 1439.

Wohl ab den Jahren 1610/1611 wurde Ahsen eine eigene Pfarrei und die St.-Marien-Kirche Pfarrkirche, wobei einzelne Rechte und Verpflichtungen repräsentativer und finanzieller Art gegenüber der Pfarrei St. Amandus in Datteln bestehen blieben.

Der Innenraum der St.-Marien-Kirche vor dem Umbau von 1929. Im Hintergrund der im Zuge des Umbaus von 1929 abgerissene Chor aus dem 17. Jahrhundert sichtbar.
Der Innenraum der St.-Marien-Kirche vor dem Umbau von 1929. Im Hintergrund der im Zuge des Umbaus von 1929 abgerissene Chor aus dem 17. Jahrhundert sichtbar.

Im Jahr 1633 besetzten die Hessen das Vest Recklinghausen und brannten am Aschermittwoch (09.02.1633) die Kirche und 45 Häuser in Ahsen nieder.

Vom zweiten großen Brand in Ahsen am 23.09.1641 blieb die Kirche verschont. Durch Unvorsichtigkeit von Kindern war ein Feuer entstanden, dem 39 Häuser – rund ¾ des Dorfes – zum Opfer fielen.

Am St.-Lambertus-Tag im Jahr 1720 (24.09.1720) ist die Kirche ein weiteres Mal und das Dorf Ahsen insgesamt ein drittes Mal abgebrannt. Bei dem von der Schmiede aus entstandenen Feuer wurden innerhalb von nur zwei Stunden neben der Kirche noch 61 weitere Häuser zerstört.

 

Portal an der Westseite der St.-Marien-Kirche (Bild von 2014)
Portal an der Westseite der St.-Marien-Kirche (Bild von 2014)

Aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Brand von 1720 stammen die heute ältesten und denkmalgeschützten Teilbereiche der St.-Marien-Kirche: die Wände um das heute geschlossene Barockportal – also die drei Wände, die heute den hinteren Teil der Kirche, in dem die Orgel steht, umschließen – wurden in den Jahren 1723-1726 errichtet und werden teilweise dem Architekten Johann Conrad Schlaun (*1695 +1773) zugeschrieben, nach dessen Planungen u.a. auch das Fürstbischöfliche Schloss in Münster und Schloss Nordkirchen erbaut wurden.

Von außen sind an der Westseite über dem ehemaligen Eingang zur St.-Marien-Kirche zwei stark verwitterte Wappen zu erkennen, bei denen es sich um das des damaligen Besitzers von Burg Vogelsang, Adolf Ferdinand Freiherr von Plettenberg zu Nordkirchen, und das seiner Frau Bernardine Alexa von Westerholt zu Lembeck handelt. Nicht mehr lesbar ist die dort ursprünglich befindliche Jahreszahl 1723.

Der Innenraum der St.-Marien-Kirche nach dem Umbau von 1929.
Der Innenraum der St.-Marien-Kirche nach dem Umbau von 1929.

Im Jahr 1929 wurde die Kirche nach Plänen des Architekten Sunder-Plaßmann erweitert. Das alte Chor aus dem 17. Jahrhundert wurde abgerissen, das Kirchenschiff in Richtung Osten verlängert und durch ein Querschiff vor dem neuen Chor verbreitert.
Am 11.11.1944 wurde durch einen Luftangriff die Kirche stark beschädigt; u.a. wurde das Dach abgedeckt, das Gewölbe war aber zum größten Teil erhalten geblieben. Nach zunächst notdürftiger Reparatur der Kriegszerstörungen erfolgte 1954 die endgültige Instandsetzung.

 

Der Innenraum der St.-Marien-Kirche vor der Sanierung 2019/2020 (Bild von 2012).
Der Innenraum der St.-Marien-Kirche vor der Sanierung 2019/2020 (Bild von 2012).

In den Jahren 1969-1971 wurde dann eine Neubauerweiterung nach Plänen der Architekten Ludes und Dreischoff errichtet, die dem heutigen Baukörper entspricht. Geprägt wird der Kirchenraum durch das holzverkleidete zeltähnliche Dach über dem Kirchenschiff und einer Vielzahl kleiner symmetrisch angeordneter quadratischer Fenster, die aus überwiegend abstrakten Formen in bunten Farben künstlerisch gestaltet sind.

 

Als sich zeigte, dass erhebliche bauliche Eingriffe notwendig wurden, da Fußboden und Elektrik erneuert werden mussten, wurden in den Jahren 2019/2020 die ohnehin erforderlichen Baumaßnahmen mit einer umfangreichen Renovierung des Innenraumes und einer Veränderung der Anordnung von Altar, Ambo und den weiteren Einrichtungs- und Kunstgegenständen nach Plänen der Architekten Feja + Kemper aus Recklinghausen verbunden. Der Altar wurde aus dem Chor nach vorne gerückt und dadurch, dass er zur Linken und Rechten von Stuhlreihen umgeben ist, wird er stärker als Mitte der versammelten Gemeinde betont. Im Zusammenspiel mit einer Bestuhlung, die die bisherigen Kirchenbänke ersetzt, besteht jetzt die Möglichkeit, den Kirchenraum flexibel für unterschiedliche Arten von gottesdienstlichen Feiern zu nutzen, sodass nun in Ahsen ein zeitgemäßer und zukunftsfähiger Gottesdienstraum vorhanden ist.

Weiterführende Informationen

  • Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Landkreis Recklinghausen [u.a.], 1929, S. 140ff.
  • Stadt Datteln (Hrsg.), 1200 Jahre Ahsen, 1977
  • Hermann Grochtmann, Die Geschichte des Kirchspiels Datteln, Datteln 1951, S. 204ff.
  • Anton Jansen, Die Gemeinde Datteln, Datteln 1881, S. 102ff.
  • Norbert Schmitz, Die katholische Kirche und ihre Gemeinden, in: 50 Jahre Stadt Datteln 1936-1986, S. 272-281
  • Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V., Fotos und Informationen zu den Fenstern der St.-Marien-Kirche, http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b4107/b4107.shtml

 

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9-12 Uhr und 15-17 Uhr

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Das Pfarrbüro bleibt – bis auf Weiteres – während der Öffnungszeiten per Telefon und Email erreichbar. Wie auch in vielen Behörden üblich, bitten wir von persönlichen Besuchen im Pfarrbüro abzusehen. In dringenden und unbedingt nötigen Fällen klären Sie diese bitte vorher telefonisch ab!

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