Aktuell > Geistliches Wort

16.01.2021: Smart, aber nicht so smart

Seit geraumer Zeit trage auch ich eine smarte Uhr (der einfacheren Sorte) am Handgelenk, die u.a. mit einem Schrittzähler ausgestattet ist. Er zeigt mir, dass in Lockdown-Zeiten mein Radius deutlich eingeschränkter ist.

Ich frage mich: Was wäre wohl - insbesondere in diesen Wochen - das Ergebnis, wenn die Uhr neben dem Schritt- auch einen Wortzähler besitzen würde?

Aber so smart ist meine Uhr leider nun doch nicht.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

09.01.2021: In anstrengenden Zeiten

Der derzeitige Lockdown wird bis (zunächst) Ende Januar verlängert, im Kirchenjahr setzt nach der Feier des Festes „Taufe des Herrn“ dagegen die Normalität der „Zeit im Jahreskreis“ ein … die wiederum nur unter den Einschränkungen des Lockdowns gelebt und gefeiert werden kann.

Die kommenden Wochen werden uns weiterhin stark beanspruchen: Viele Menschen finden sich im Ausnahmezustand wieder, müssen unter erschwerten Bedingungen ihren Alltag meistern, stehen vor Herausforderungen und Entscheidungszwängen, weil die Alltagsroutine fehlt. Zugleich zählen viele hoffnungsvoll die Wochen und Monate bis zur eigenen Impfung.

Im Tagesgebet zum Fest „Taufe des Herrn“ finden sich die Worte: Gib, dass auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wieder geboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der nächsten Zeit aus Quellen schöpfen können, die Ihnen (über)leben helfen: Seien es Phantasie und Kreativität, Augenblicke der Ruhe oder ein gutes, ermutigendes Wort zur rechten Zeit – oder der Glaube an einen Gott, dem man sich auch mit aller Hilflosigkeit und allem Frust anvertrauen kann.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

01.01.2021: Noch unterwegs zur Krippe

Kalendarisch bewegen wir uns vom Weihnachtsfest weg. Nach den Feiertagen richteten sich viele Blicke auf den Jahreswechsel, nach dem Jahreswechsel folgt – unter Corona-Bedingungen – verstärkt die Rückkehr des Alltäglichen.

Aber noch immer gibt es auch die Bewegung hin zur Krippe: Die Heiligen 3 Könige – die Weisen aus dem Morgenland – sind unterwegs zum Kind, das Hochfest Erscheinung des Herrn (am 6. Januar) steht sinnbildlich dafür. Und Menschen suchen in vielen Kirchen die Krippen auf und erfreuen sich daran.

Wir bewegen uns vom Weihnachtfest weg. Wir bewegen uns wie die Weisen aus dem Morgenland hin zum Kind in der Krippe.

Da treffen keine unüberbrückbaren Gegensätze aufeinander, kein „entweder oder“: Weihnachten bringt sich uns noch eine Weile in Erinnerung.

 

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

31.12.2020: Jahreswechsel anders

Das ungewöhnliche Jahr 2020 endet für mich mit einem ungewöhnlichen Jahreswechsel: Erstmals seit fast 30 Jahren verbringe ich diese Tage nicht mit ca. 20 Freunden und Bekannten auf der Insel Ameland, sondern wir alle bleiben – Corona geschuldet – daheim.

Aber in Gedanken bin ich in diesen Tagen häufig auf der Insel: Der Gang über das Kopfsteinpflaster vor dem Pfarrhaus wird zum Gang über das Pflaster eines Inseldorfes, statt zum Strand führt ein abendlicher Weg an den Kanal, das Rauschen des Verkehrs wird zum Meeresrauschen, beim Heimkommen stelle ich mir eine stille Leserunde vor … oder wir lachen über die DVDs von „Mega Mindy“, die kindgemäße (bzw. eher kindische) Benelux-Variante von „Wonder Woman“ … oder ich habe die fröhliche Runde im Ohr, die von Gitarren begleitet Lieder anstimmt … Es fällt mir leicht, mir diese Situationen vorzustellen und die Menschen vor Augen zu haben, deren wohltuende Gesellschaft ich sonst zu dieser Zeit so sehr genieße.

Plötzlich schießt mir ein anderer Gedanke durch den Kopf: Ob es Jesus manchmal ähnlich ergangen ist? Der Mann aus Nazaret unterwegs auf den Wegen und durch die Dörfer des Landes, in dem er aufgewachsen war – und der doch stets dem Himmel und seinem himmlischen Vater eng verbunden blieb … Ob manche staubige Straße vor seinem inneren Auge zur Himmelsallee wurde und er den Himmel auf Erden sehen konnte? Wie häufig verschmolzen bei ihm Erde und Himmel zu einer Einheit …

Einen guten Jahreswechsel und Gottes Segen für das neue Jahr, in dem der Himmel so manches Mal die Erde berühren möge, wünscht

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

27.12.2020: Fest der Heiligen Familie

    Ich sage Vater (Papa) zu dir.
    Du bist da. Du bist treu.
    Du schenkst mir dein Ohr.
    Du öffnest mir dein Herz.
    Ich vertraue mich deinem Willen an.
    Ich lasse mich in deine Arme fallen,
    denn du wirst mich auffangen.

Wie viel von Maria und Josef und davon,
wie der heranwachsende Jesus diese beiden erlebt hat,
mag sich wohl in seinem Gottesbild wiederfinden:

    Ihr wart da. Ihr wart treu.
    Ihr habt mir euer Ohr geschenkt.
    Ihr habt mir euer Herz geöffnet.
    Ich konnte eurem Vorbild folgen.
    Ihr habt mich in die Luft geworfen
    und immer wieder aufgefangen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

25.12.2020: Weihnachten findet Stadt!

Weihnachten findet Stadt, findet Menschen in Häusern, Wohnungen, Kirchen und auf den Straßen.

Anders in diesem Jahr, stiller, ruhiger, vielfach ein Bruch mit Gewohnheiten und Traditionen.

Aber Weihnachten findet Stadt.

Und wie die Hirten damals sind wir heute eingeladen, an den Krippen und angesichts der Frohen Botschaft zu staunen, Trost zu finden, Kraft zu schöpfen und Wärme zu spüren wider alle Furcht und Kälte.

Weihnachten findet Stadt, auch und gerade in diesem Jahr.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.12.2020: Von Zauberhand?

Wie von Zauberhand entstehen plötzlich Krippenflächen in den Kirchen.

Wie von Zauberhand vollzieht sich Bewegung in diesen Landschaften, von Sonntag zu Sonntag.

Wie von Zauberhand?

Nein, menschliche Hände … menschliche Arbeit … menschliche Kreativität … sind am Werk.

Dem Zauber nimmt das nichts.

Gott sei Dank!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

13.12.2020: Gaudete! Freut euch!

Mit dem 3. Adventssonntag beginnen wir die zweite Hälfte der adventlichen Zeit. Weihnachten rückt näher! So steht der 3. Advent besonders im Zeichen der Vorfreude. Ausdruck findet diese Vorfreude auch durch die Besonderheit, dass heute die Farbe Rosa als liturgische Farbe – z.B. des Messgewandes – verwendet werden kann. Die ansonsten übliche Farbe Violett wird durchbrochen durch diesen helleren Farbton.

Gaudete: Freut euch!

Einen weiteren Ausdruck findet die Freude am heutigen Nachmittag des 3. Advents in der Aussendung des Friedenslichtes aus Betlehem: Mitglieder der Pfadfinderschaft tragen das Licht aus dem Dom zu Münster in ihre Orte und Gemeinden. Seit 1986 wird das Friedenslicht verteilt, seit 1994 auch bei uns in Deutschland. Das Friedenslicht bleibt auch in Corona-Zeiten als Zeichen der Verbundenheit erhalten. Danke an alle, die sich für die Ausbreitung dieses Lichtes engagieren!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

05.12.2020: Weihnachten findet Stadt?

Weihnachtsmärkte, Betriebsfeiern, Treffen an Glühweinständen etc. gehören in diesem Jahr nicht zum Erscheinungsbild des Advents. Stärker ist der Blick schon jetzt auf das Weihnachtsfest gerichtet, geprägt von der Frage: Wie müssen wir im Advent leben (z.B. Stichwort AHA-Regeln), damit wir Weihnachten – als Familie – feiern können?

Es ist (eigentlich) die nackte Adventsfrage: Wie lebe ich den Advent, damit ich Weihnachten feiern kann?

Mir geht in diesem Zusammenhang immer wieder der Titel unseres aktuellen Pfarrbriefes nach: Weihnachten findet Stadt … Vielleicht lädt uns der diesjährige nacktere Advent zu dem Vertrauen ein, dass Weihnachten uns schon finden und nicht an uns vorübergehen wird … dass es sich behaupten wird … weil Weihnachten allem zum Trotz Stadt findet.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

29.11.2020: Träger

Sonst tragen diese Gestalten die Osterkerze in der Amanduskirche, sind Träger der Vollendung:
  Das Osterlicht sagt uns, dass wir Gerettete sind.

Jetzt tragen sie den Adventskranz, sind Träger einer Verheißung:
  Jesus kommt in diese Welt.

Vielleicht tragen sie ja auch uns ein Stück weit durch die Zeit des Advents,
  dem Weihnachtsfest entgegen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9-12 Uhr und 15-17 Uhr

Aufgrund der aktuellen Situation bleibt das Pfarrbüro ab Mittwoch, 16.12.2020 –bis auf Weiteres – für den Publikumsverkehr geschlossen, ist aber während der Öffnungszeiten per Telefon und Email erreichbar.

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