14.08.2026: Die Sonne lacht

Licht- und Farbenspiel in St. Amandus (Foto: H. Plaßmann)

Es ist eine Redensart: Die Sonne lacht … Im Moment aber lacht sie mehr und unbarmherziger als es uns lieb ist. Wolken am Himmel, darüber hinaus der ein oder andere kräftiger Regenschauer wären mehr als willkommen.

Gleichzeitig übt die Sonne eine bleibende Faszination auf uns aus, wie die jüngste Sonnenfinsternis gezeigt hat: Viele Menschen waren Augenzeuginnen und -zeugen dieses besonderen Ereignisses.

Ich selbst stehe immer wieder staunend vor den morgendlichen Farbspielen in der Amanduskirche, die durch das Sonnenlicht und die bunten Fenster ermöglicht werden.

Die Sonne ist, wie so vieles im Leben, vielgestaltig: Sie lacht uns an, sie ermöglicht Leben, sie brennt unbarmherzig und lebensgefährlich, ihr Licht bricht sich in vielen Farben … Das Leben ist selten einseitig und schon gar nicht schwarz-weiß.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

08.08.2026: Unterwegs

Auf der Straße (Foto: KI, bearbeitet durch H. Plaßmann)

Ein Hausbesuch mit der Kommunion. Wir sitzen im Wohnzimmer, unterhalten uns und feiern eine kleine Andacht. Draußen rauschen währenddessen die Autos vorbei, PKW um PKW … eine beständige Geräuschkulisse. Ich frage mich: Wer sind diese vielen Menschen in den Autos? Woher kommen sie – und wohin sind sie unterwegs? Wie geht es ihnen wohl gerade? Ist das Autofahren für sie Mittel zum Zweck, bedeutet es Stress oder haben sie Freude daran?

Und ich denke: Die vielen Autos, die vielen asphaltierten Straßen … Sie bringen zum Ausdruck, wie sehr und wie selbstverständlich wir uns diese Welt zu eigen gemacht (unterworfen?) haben.

Auch jetzt, am Schreibtisch, höre ich das Rauschen des Autoverkehrs. Und ich wünsche allen auf den Straßen, dass sie aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs sind und gute Ziele vor Augen haben. Mögen sie auf ihren Wegen gesegnet sein!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

01.08.2026: Kleine Auszeit

Vorbereitungen auf den "Urlaub ohne Koffer" Bild: H. Plaßmann)

„Müßiggang ist aller Laster Anfang“: So mancher Mensch hat sich das schon vorhalten lassen müssen. Faulheit, Trägheit, sie könnten zu schlechten Gedanken und dummen Taten führen und eine Gefahr für die Seele darstellen: Wohl dem aber, der fleißig ist und eifrig seiner Arbeit nachgeht!

Doch schon im Jahr 1948 veröffentlichte der Münsteraner Philosoph Josef Pieper eine Schrift mit dem Titel „Muße und Kult“: Er fragte, ob es wohl möglich sei, den Menschen davor zu bewahren, ganz und gar „Arbeiter“ zu werden.

Denn es gibt ja tatsächlich eine Kunst der Muße, des Müßiggangs … eine Kunst der Entschleunigung, des Ausruhens und Faulenzens: Dazu lädt der Sonntag ein, dazu laden Urlaub und Ferien ein.  Sie sollen eben keine Zeiten sein, in denen man all das erledigt, was während der Werk- und Arbeitstage liegengeblieben ist.

Am Montag startet im AmandusForum wieder das Caritas-Projekt „Urlaub ohne Koffer“ für ältere und pflegebedürftige Menschen. Viele dieser Menschen waren zeitlebens mit einem hohen Arbeitsethos unterwegs. Möge für sie nun der Müßiggang „aller Erholung Anfang sein“ – und mögen sie es sich gefallen lassen können, verwöhnt und umsorgt zu werden.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

28.07.2026: Spät dran

Hofrunde in Saalbach vor großartiger Kulisse (Bild: H. Plaßmann)

Ich bin spät dran mit dem Geistlichen Wort, habe aber eine gute Entschuldigung: Ich war unterwegs und habe die Ferienfreizeit in Saalbach besucht. Einige Tage lang konnte ich meine erste morgendliche Tasse Kaffee vor besonderer Kulisse genießen.

Wir haben dort miteinander einen (spontan erdachten) „Disco-Gottesdienst“ gefeiert, in dem u.a. die Kinder kleine Herzen beschriften konnten: Was gefällt euch besonders in Saalbach? Folgend einige der Ergebnisse, die dem gesamten Team (Orga, Küche, Betreuung) und dem Miteinander insgesamt ein großes Kompliment aussprechen:

Lachflash mit Freunden bekommen | Viele Abenteuer | Dankbar bin ich dafür, dass wir das überhaupt machen und mir gefällt alles | Für die Zeit mit tollen Menschen | Die Freundschaft und der Spaß | Zusammenhalt | Saalbach Familie | Die Betreuer | Gemeinschaft | Die AG´s | Alles …

Ich kann nur jedes Jahr neu sagen: Gott sei Dank … für das große ehrenamtliche Engagement, das auch bei uns Kindern ermöglicht, eine wunderbare Zeit zu erleben, sei es in der Ferienzeit  Saalbach, bei der Stadtranderholung oder den regelmäßigen Treffen und Aktionen unserer Messdienerschaft!

Und ich bin sicher: Unter den Kindern in Saalbach finden sich bereits einige künftige Mitglieder des Betreuerteams!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

18.07.2026: Ver-rückt

Mein Messias (Bild: H. Plaßmann)

In den vergangenen Tagen war noch nichts zu spüren von der üblichen sommerlichen Saure-Gurken-Zeit:

Jens Spahn tritt als Unionsfraktionschef zurück, nachdem es viel Kritik aus Reihen von Politik und Kirche an seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter gegeben hatte.

Die Fußball-WM geht in die Entscheidung. Zum Ende gibt es leider das übliche Getöse, das Menschen wie Gianni Infantino und Donald Trump im Geiste vereint: „Das war das erfolgreichste Sportevent, vielleicht in der Geschichte der Welt. Es war großartig" (Trump) & „Dies war und ist nicht nur die großartigste Weltmeisterschaft aller Zeiten. Es ist das großartigste menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt und gesehen hat“ (Infantino).

Bei einer AfD-Veranstaltung äußert ein Kabarettist Gewaltfantasien gegen Merz, Merkel … und es wird geklatscht. Offener Widerspruch der Anwesenden bleibt aus.

Nochmal Fußball, Jürgen Klopp, der Posten als Bundestrainer und eine Schlagzeile: Ein Messias alleine ist nicht genug.

Mir dagegen ist ein Messias genug: Und (nicht nur) am Sonntag feiern wir, dass wir durch ihn und seine Liebe zu dieser oft so ver-rückten Welt bereits Erlöste sind.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

10.07.2026: Worte mit Wirkung

Wort mit guter Wirkung (Bild: KI-generiert)

So spricht der Herr: … so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe. (Aus der 1. Sonntagslesung, Jesaja 55,11)

Wenn doch auch diese Worte – und das, was sich mit ihnen verbindet – etwas bewirken und nachhaltig zum Besseren verändern würden … wozu auch sie ja ausgesandt wurden:

Fest der Kulturen*

*Gefeiert wird das 9. Fest der Kulturen am 12.07. auf dem Dattelner Neumarkt.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

04.07.2026: Einige Schlagzeilen der Woche

Einige Schlagzeilen der Woche (Bild: KI-generiert)

Julian Nagelsmann ist nicht mehr Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft. Sein mutmaßlicher Nachfolger könnte Jürgen Klopp sein.

Popstar Taylor Swift hat den Football-Profi Travis Kelce geheiratet.

Die USA feiern ihren 250. Geburtstag.

Papst Leo XIV. besucht Lampedusa, das Ziel vieler Migranten.

Im Sonntagsevangelium am 5. Juli lädt Jesus ein: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. (Mt 11,28)

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

27.06.2026: THE HEAT IS ON

Kirchplatz St. Amandus im Sonnenschein (Bild: H. Plaßmann)

Die hohen und anstrengenden Temperaturen der letzten Tage gehen an niemandem spurlos vorüber, zumal auch die Nächte immer weniger Erholung verschaffen.

Ich möchte allen Danke sagen, die mit ihrer Arbeit den Temperaturen trotzen: in den Pflegeberufen … in den Krankenhäusern … in der Landwirtschaft … im Straßenbau … hinter Ladentheken … Mein Mitgefühl gilt allen, denen das Wetter aufgrund von Krankheit oder Alter in besonderer Weise zusetzt … Und wie erst geht es Menschen, die dauerhaft unter solchen Wetterbedingungen leben müssen? Wenn wir hierzulande gerade von Hitzerekorden sprechen … dann ist es sicher nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Rekord.

Wenn Gott uns doch die Schöpfung anvertraut hat: Wie gehen wir künftig und mit Blick auf nachfolgende Generationen verantwortungsvoll mit dem uns Anvertrauten um?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.06.2026: Schon aufgefallen?

Was stimmt da nicht mit den Ziffern? (Bild: H. Plaßmann)

Haben Sie schon die Zählweise auf unserer und auf vielen anderen Kirchturmuhren bemerkt? Die römischen Ziffern müssten lauten: I, II, III, IV, V usw., stattdessen sehen wir auf dem Ziffernblatt aber: I, II, III, IIII, V … Die römische 4 ist falsch geschrieben.

Für diese „Uhrmacher-Vier“ gibt es mehrere Erklärungsansätze, z.B. mit dem Stichwort Balance: IIII stellt „augenscheinlich“ – im Gegensatz zu IV - eine Ausgewogenheit zur gegenüberliegenden VIII her. Oder: So wird ein Dreier-Rhythmus mit den Buchstabenziffern I – V - X sichtbar: I – II – III – IIII / V – VI – VII – VIII / IX – X – XI – XII. Dann gibt es noch die Legende, dass einst dem französischen König Karl V. die Ziffer IV auf einer Palast-Turmuhr nicht gefiel. Man folgte seinem Wunsch und ersetzte IV durch IIII.

Haben Sie diese Unstimmigkeit bereits wahrgenommen? Oder haben Sie sie ständig – wie ich auch – übersehen? Oder ist sie Ihnen aufgefallen – und Sie haben sie wieder vergessen? Oder Sie haben mal die Antwort gewusst, aber nicht abgespeichert …? Manchmal nehmen wir Unstimmigkeiten gar nicht wahr und gaukelt der Verstand uns vor, dass alles in Ordnung ist. Aber ganz plötzlich stellt er sich doch ein, der Aha-Effekt … und wir fragen uns: Warum sehe ich das Offensichtliche erst jetzt?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

13.06.2026: Angetreten

Angetreten (Bild: H. Plaßmann)

Ich bin gerade vom Zapfenstreich der Bürgerschützengilde 1397 Datteln e.V. auf dem Neumarkt zurück, der im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst in der Lutherkirche stattfand.

Vieles geht bei unseren Schützenfesten – gerade beim Antreten und Exerzieren – mit einer spielerischen Ernsthaftigkeit bzw. einer ernsthaften Verspieltheit einher. Da geht es nicht um Exaktheit und militärische Strenge, doch über die Stränge soll natürlich auch niemand schlagen. Lange zurück liegen die Zeiten, in denen die Schützenvereine bewaffnete Bürgerwehren waren, deren Aufgabe es war, Stadt und Dorf vor Feinden und Plünderungen zu schützen.

Mir gehen andere Bilder durch den Kopf, militärische Aufmärsche, in denen exakt marschiert wird, wo Panzer über die Alleen rollen und Flugzeuge über die Köpfe donnern … Das hat nichts Spielerisches mehr: Da wird eine Macht zelebriert und demonstriert, die leider häufig genug auch Anwendung findet, auch unrechtmäßig.

Da sind mir unsere Schützenvereine mit ihrer Verbundenheit, Gemeinschaft und ihrem spielerischen Ernst bzw. ernsthaften Spiel um ein Vielfaches sympathischer.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Mittwoch 9:00-12:00  
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00  

In den NRW Ferien ist das Pfarrbüro nur vormittags besetzt.

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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