Aktuell > Geistliches Wort

20.01.2022: Schließen oder öffnen?

Und wieder werden, nach den Schlagzeilen der letzten Tage, viele die Tür hinter sich schließen und der Kirche den Rücken kehren. Ich bekomme aus Gesprächen und Rückmeldungen mit, wie schwer das Bleiben inzwischen auch wohlgesonnenen Menschen fällt … weil es ihnen die Kirche selbst schwermacht.

Tür schließen sich.

Können sich auch Türen öffnen?

Das ist eine Hoffnung, die mich trägt. Das Evangelium selbst, eine stärkere Rückbesinnung auf die Frohe Botschaft Jesu, schenkt mir diese Hoffnung. Unsere Zeit fordert geradezu heraus, mit den Möglichkeiten zu spielen, die wir haben: hier vor Ort, als Pfarrgemeinde St. Amandus. Ich denke z.B. an vielfältigere Gottesdienstformen in angemessenen Räumen, an Austausch, Gebet und Brotbrechen in Familien und Gruppen, an veränderte Formen der Gemeindeleitung …

Wir werden gewohnte, vertraute Wege verlassen (müssen), aber Türen werden sich öffnen.

WIR können Türen öffnen – und vielleicht zu einer Einladung werden, mal bei uns reinzuschauen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.01.2022: Aus aktuellem Anlass - KLARTEXT

Sexueller Missbrauch …
Geistlicher Missbrauch …
Übergriffiges Verhalten …

Viele Opfer brechen ihr Schweigen, um – endlich – Gehör finden oder sich Gehör zu verschaffen.

Beschämend ist es, dass die Kirche – die sich eigentlich doch dem Evangelium Jesu Christi verpflichtet fühlt, der stets auf der Seite der Schwachen und Schutzbedürftigen stand – es priesterlichen Tätern viel zu lange ermöglicht hat, wiederholt anderen Menschen Leid zuzufügen.

Beschämend ist jedwede Form der Aufarbeitung, die Nebelkerzen zündet statt Klarheit zu schaffen.

Beschämend ist es, wenn man für die Täter Entschuldigungen findet und ihren Opfer gegenüber ohne Mitgefühl bleibt.

Unsere Kirche muss sich neben vielen anderen Fragen auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen: Wofür z.B. werden bis heute Menschen von der Kommunion ausgeschlossen (oder schließen sich selbst aus, weil sie sich nicht würdig fühlen)? Was musste im Gegensatz dazu geschehen, ehe Priester für nachweislichen Missbrauch zur Rechenschaft gezogen wurden?

Wann endlich wird erfahrbar, dass die Versäumnisse verantwortlicher leitender Personen auch zu Konsequenzen führen?

Müssen wir uns noch wundern über den Vertrauensverlust, den Kirche derzeit erfährt?

Und nein, angesichts aller aktuellen Schlagzeilen ist nichts an diesen Worten in irgendeiner Weise mutig …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

16.01.2022: Es ist noch reichlich da

Die Hochzeit zu Kana markiert im Johannes-Evangelium den Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu: Er wandelt 600 Liter Wasser in Wein und „rettet“ so das Hochzeitsfest. 600 (!) Liter Wein: Schon der heilige Hieronymus, ein Bibelgelehrter des vierten Jahrhunderts, kam angesichts dieser Fülle zu dem Schluss, dass „wir heute noch davon trinken“.

Etliche Jahrhunderte später könnte die Kirchenkrise unserer Tage zu dem Gedanken verleiten, dass aus dem einstigen Überfluss spätestens jetzt ein kleines Rinnsal geworden ist. Doch das Leben und die Botschaft Jesu stehen für das Vertrauen auf Gott als die Quelle, die nicht versiegt. Aus dieser Fülle schöpfen wir noch immer.

Wir alle könnten also, bildlich gesprochen, zu Kellnerinnen und Kellnern werden, die freigiebig an den Tischen ausschenken, ohne Furcht, dass uns der Vorrat der Frohen Botschaft ausgeht.

Und das Beste kommt zu Schluss: Die Rechnung geht aufs Haus!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

09.01.2022: Jetzt geht´s los

Stellen wir uns vor: Das Ereignis der Taufe des Herrn wird neu verfilmt, angereichert mit modernen Stilmitteln. Im Drehbuch finden wir:

Johannes tauft Jesus.

Über Jesus öffnet sich der Himmel.

Der Heilige Geist wird in Gestalt einer Taube sichtbar.

Eine Stimme spricht: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Alle Umstehenden beginnen in die Hände zu klatschen und zu skandieren: Jetzt geht´s los! Jetzt geht´s los! ...

Aufbruchstimmung. Dynamik.

 

Ich bin sicher: Solche beflügelnden „Jetzt geht´s los“-Momente werden wir gewiss im Laufe dieses neuen Jahres erleben dürfen …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

02.01.2022: Sein Wort gegeben

Im Anfang war das Wort …

Der Prolog des Evangeliums nach Johannes „verfolgt“ uns in diesen Tagen.
Wiederholung basiert nicht unbedingt auf Bequemlichkeit oder gar Faulheit.
Wiederholung besagt auch:
Das ist wichtig!

Das ist wichtig:
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott …
Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist …
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt …

Aus der Perspektive Gottes könnte uns das sagen:
    Ich habe euch mein Wort gegeben.
Mein Wort hat Israel und seinen Propheten Hoffnung geschenkt.
Maria hat auf mein Wort gebaut.
Josef hat auf mein Wort im Traum gehört.
Ob ihr auch an mir zweifelt oder an mir verzweifelt:
    Ich habe euch mein Wort gegeben.
Und selbst wenn ich an den Menschen und meiner ganzen Schöpfung irre werden sollte:
    Ich habe euch mein Wort gegeben.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

11.12.2021: Freiheit - exklusiv

Noch bleibt das kommende Weihnachtsfest für mich „unscharf“. Weiterhin dominiert Corona die Schlagzeilen. Weiterhin sammeln sich Corona-Leugner und Impfgegner in einer bisweilen seltsamen Weggenossenschaft extremer Gruppen, auch aus dem kirchlichen Milieu. Bei manchen, die da „Freiheit“ skandieren und lautstark einfordern, frage ich mich:

Wie viel wäre die Freiheit wohl wert, wenn sie das Sagen hätten? Welches eingeschränkte Maß an Freiheit bliebe dann wohl für Flüchtlinge, Ausländer, Menschen jüdischen Glaubens, Menschen aus dem LGBT-Milieu …? Ich fürchte: Freiheit würde der Exklusivbesitz einer Gruppe Auserwählter, die für alle anderen zu wissen meinen, was recht und richtig ist …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Mittwoch 9:00-12:00  
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00  

Aufgrund der aktuellen Situation bleibt das Pfarrbüro bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen, ist aber während der Öffnungszeiten per Telefon und Email erreichbar.

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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