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25.07.2021: Verbunden

In der Samstagsausgabe der Zeitung erinnert ein Bericht daran, dass vor 25 Jahren das Telefonieren günstiger wurde: Das Monopol der Telekom endete. Das läutete das Ende von Ermahnungen im Stile von „Telefoniere nicht so lange!“ ein. Wenige Seiten später in der gleichen Zeitungsausgabe findet sich eine Anzeige für ein Medienprojekt für Schüler: „Sie haben das Smartphone immer dabei – jederzeit und überall prasseln News auf (sie) ein.“ So haben sich die Zeiten geändert.

Telefon wie auch Smartphone sind für viele Menschen ein Segen, denn sie ermöglichen es, mit Familie, Freundes- und Bekanntenkreis verbunden zu bleiben. Und wenn in den Überflutungsgebieten entweder das Funknetz zusammengebrochen ist oder der Strom fehlt, um das Handy aufzuladen, dann braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was es für Menschen bedeutet, heutzutage nicht erreichbar zu sein bzw. sich nicht mitteilen zu können.

Doch nicht nur das Telefon schafft Verbundenheit:

Ich denke an die Andachten für die Betroffenen und Opfer der Flutkatastrophe, die am Freitagabend gegen 18 Uhr hier in Datteln (Lutherkirche) und an vielen anderen Orten gefeiert wurden …

Ich denke an die Sonntagsgemeinde um 11 Uhr, versammelt sowohl in der Amanduskirche wie auch daheim vor dem Livestream …

Ich denke an die vielen Christen, die weltweit den Sonntag feiern, wie wir auch …

Verbundenheit hat viele Ausdrucksformen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

17.07.2021: WasserKraft

Am morgigen Sonntag taufe ich ein Kind. Bei der Taufwasserweihe werde ich betend daran erinnern, dass Gott uns mit dem sprudelnden, klaren, kostbaren Wasser eine Lebensquelle geschenkt hat, die nicht austrocknet und die Wüsten zum Blühen bringen kann.

WasserKraft kann belebend sein.

Zugleich werden uns dabei andere, allgegenwärtige Bilder aus den vergangenen Tagen vor Augen stehen, in denen das Wasser seine gewaltig-gierige, zerstörerische Kraft zeigt.

WasserKraft kann beängstigend sein.

In dem Gebet zur Taufwasserweihe verweist das Wasser auf die lebenspendende Kraft Jesus Christus, der kostbar und rein ist. Doch auch seine belebende GeistKraft kann „umgedreht“ werden. Zunehmend gerät der „geistliche Missbrauch“ in den Blick: Wenn Macht und Einfluss missbraucht werden und Glaube als manipulierende Kraft benutzt wird, um Menschen kleinzuhalten und sie nicht in die Selbständigkeit, sondern in die Abhängigkeit zu führen.

Das Gute kann bisweilen so leicht ins Gegenteil verkehrt werden.

Wie viel mehr Geduld, Kraft, Vertrauen, Liebe ... braucht es, damit sich das Schlechte ins Gute verkehren kann!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

11.07.2021: Vor Unsichtbarkeit bewahrt

Die Regenbogenfahnen am Kirchturm St. Amandus und das Regenbogenbanner an St. Marien in Ahsen sind wieder abgehängt. Das Banner an der Josefkirche hat wohl gleich zweimal fremde Begehrlichkeiten geweckt … Die Wirkung z.B. der Fahnen war groß, die positive Resonanz reichte bis in Patientenzimmer des benachbarten Krankenhauses.

Fahnen und Banner wurden abgehängt, ehe man sich an ihnen so sattgesehen hat, dass sie unsichtbar werden. Das damit verbundene Anliegen des Segens für liebende Paare aber bleibt – und das Segensverbot für manche liebende Paare bleibt eine offene Wunde der Kirche.

Daran werden wir uns hoffentlich nicht in einem Maße gewöhnen, das ebenfalls zur Unsichtbarkeit führt.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

03.07.2021: Hoffnung

Wenn hinter dem Kreuz, und stände es noch so deutlich vor dir, etwas aufleuchtet …

Wenn deine Augen hinter allem, was dich gerade bedrängt, ermattet oder überfordert, noch Verheißung zu sehen vermögen …

Wenn der Geist, der uns auf die Füße stellt (Ez 2,2), dir die Ahnung von Fülle und farbiger Lebendigkeit schenkt …

… dann nenne das Hoffnung.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

26.06.2021: E n e r g i e !

Am gestrigen Samstag fand eine Klausurtagung des Kirchenvorstandes statt. Die vergangenen ereignisreichen drei Jahre wurden in den Blick genommen, Arbeitsweisen auf den Prüfstand gestellt, Vorstellungen und Wünsche geäußert … Ich empfand das Miteinander und die Atmosphäre als sehr wohltuend, wohlwollend und produktiv.

Spannend ist ja immer die Frage, was dann aus Impulsen und Reizen wird, die gesetzt werden: Können sie bewahrt und in den Arbeitsalltag des Gremiums integriert werden? Welche vielleicht zunächst ungewohnten Sichtweisen und Fragestellungen können innerhalb der Grenzen, in denen sich ein Kirchenvorstand ob seiner umrissenen Aufgaben bewegt, einen Platz finden?

Auch diese Klausurtagung, die wir aufgrund von Corona lange aufschieben mussten, war ein Ereignis, das mir persönlich Rückenwind – Energie (s. Überschrift) – gegeben hat: Sich auf vertrauten Bahnen zu bewegen, beinhaltet eben nicht nur, dass alles beim Alten bleiben muss. Und das Vertraute und Gewohnte zu hinterfragen, kann mit Blick auf die Verantwortung, heute Zukunft zu gestalten, spannende Perspektiven eröffnen …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

19.06.2021: Herero, Nama und eine deutsche Schuld

Nach 100 Jahren und mehrjährigen Verhandlungen hat sich Deutschland als ehemalige Kolonialmacht zum Völkermord an Herero und Nama im heutigen Namibia (ehemals Deutsch-Südwestafrika) bekannt.

Ich habe das mit Interesse verfolgt, denn seit über 50 Jahren lebt, mit einer kleinen Unterbrechung, eine Tante von mir als Ordensschwester in diesem Land. Sie ist dort heimisch geworden. Zweimal, 1994 und 2014, habe ich sie besuchen können. Da ich keiner bin, der regelmäßig in den Flieger steigt, um ferne Länder zu besuchen, haben diese Reisen jeweils tiefen Eindruck hinterlassen: die Weite des Landes, die Stille inmitten der großartigen Landschaft, der Besuch der Namibwüste, der Genuss eines leckeren Apfelkuchens in Helmeringhausen und ein Besuch im Cafe Anton in Swakopmund, der Blick auf den Atlantik, die Feier von Gottesdiensten auf Missionsstationen und des Goldenen Ordensjubiläums meiner Tante …

Ich würde es Namibia, diesem wunderbaren Land und seiner Bevölkerung, wünschen, dass aus der Aufarbeitung deutscher Kolonialverbrechen ein guter Impuls für die Zukunft des Landes erwachsen kann. Die sichtbaren Spuren des deutschen Kolonialerbes werden weniger, viele Orte und Straßen mit einst deutschen Namen wurden bereits umbenannt …

Auch in diesem Fall wird deutlich: Es gibt Schuld, die nicht verjährt, zumal nicht aus der Sicht der Opfer und ihrer Kinder und Kindeskinder. Sie muss bekannt und aufgearbeitet werden, denn sie erledigt sich nicht von selbst, auch nicht nach über 100 Jahren.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

12.06.2021: Duftendes Heu

Mit dem Rad geht es an Heuwiesen vorüber. Mit dem Duft kommen die Erinnerungen an die verschiedenen Arbeitsgänge, wie ich sie vor 40, 50 Jahren beim Heuen selbst erlebt habe: Mähen, wenden, in Schwaden legen … Ballen pressen … den Anhänger beladen*, dann wieder entladen* … die Heuballen auf dem Heuboden verstauen* … Alles wirkt plötzlich ganz nah und vertraut!

(*Diese Arbeitsgänge beinhalteten viel Hand-in-Hand-Arbeit.)

Ob Kirchendüfte in ähnlicher Intenstität Erinnerungen wecken können, wie (natürlich) der Weihrauch oder das Salböl (Chrisam), mit dem die Täuflinge gesalbt werden: "Gott kann dich gut riechen!" ...?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

06.06.2021: Es gäbe genügend Gründe ...

… frustriert zu sein angesichts der Schlagzeilen, die Kirche auch in den vergangenen Tagen produziert:

  • Ein Bischof / Kardinal bietet seinen Rücktritt an, einem anderen kommt das anscheinend nicht in den Sinn (weil er sich rechtlich entlastet glaubt; von der Moral ist hier in der sich sonst so moralisch gebenden Kirche plötzlich keine Rede mehr).
  • In Kanada wurden 215 verscharrte Kinderleichen entdeckt, im Erdreich unter einem kirchlichen Umerziehungsheim für indigene Kinder, dessen Ursprünge ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Solche Kinder hatten oft keine Rechte und waren schutzlos Demütigungen und Misshandlungen ausgesetzt.

Es fällt schwer, solche Schlagzeilen mit unserem Motto zu Fronleichnam zu vereinbaren: „So viel Liebe will raus …“ – oder mit der Botschaft, die in den roten Bändern und den vielen „Namensherzen“ steckt, die mit der Monstranz verbunden waren: „An Gottes Liebe können wir uns dranhängen …“

Ja, es gäbe genügend Gründe, frustriert zu sein …

Doch ich habe mir die Fähigkeit bewahrt, mich von Herzen freuen zu können, wie z.B über den Gottesdienst zu Fronleichnam, der mir tatsächlich viel Spaß gemacht hat. Ich habe mich über die breite Beteiligung gefreut, insbesondere über die Familien mit Kindern, die mitgefeiert haben …

An dieser Freude wächst meine Hoffnung – und lässt Frustration und Ärger nicht die Oberhand gewinnen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

29.05.2021: Darf das auch Spaß machen?

Ich kann mich an Diskussionen vor vielen Jahren erinnern, bei denen eher zurückhaltend auf die Verbindung von Gottesdienst und Spaß reagiert wurde: Spaß schien das schwarze Schaf in der Familie der Freude zu sein.

Dennoch habe ich Gottesdienste gefeiert, bei denen ich Spaß hatte, z.B. bei den diesjährigen Erstkommunionfeiern. Und ich erinnere mich an Fronleichnamsprozessionen, die mir von der Vorbereitung bis zur Durchführung Spaß gemacht haben, weil wir Neues ausprobiert haben und mit schönen Erfahrungen wie z.B. einer entspannt-fröhlichen Atmosphäre beschenkt wurden …

Nun steht wieder Fronleichnam vor der Tür. Die Planungen laufen – und ich spüre erneut mehr als nur die vornehme Freude, nämlich Spaß! Vielleicht überträgt sich das ja in der Feier des Gottesdienstes, unter freiem Himmel auf dem DJK-Sportplatz am Südring.

Man stelle sich nur vor: Christen, die Gottesdienst feiern und Spaß daran haben!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

23.05.2021: Pfingstgedanken

Komm, Heiliger Geist,
und streu dich aus.

Lass dich finden,
verdichtet, üppig, duftend, belebend.

Lass dich finden auch da,
wo man dich gar nicht oder noch nicht vermutet.

Hinterlasse vielerorts deine Duft-Marke –
und erinnere uns:
„Zieht den Kreis nicht zu klein."

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

 

"Wir" wünschen ein frohes Pfingstfest, in Bild und Ton: https://www.youtube.com/watch?v=9rVqZjEn5BE

16.05.2021: Antisemitismus - unausrottbar?

Jesus kannte und betete die Psalmen. Er war mit den Propheten des Alten Bundes vertraut. Er suchte die Synagoge auf, lehrte und betete dort. Jesus war ein Jude, wie es auch sein Pflegevater Josef war. Und Maria, seine Mutter, war eine Jüdin.

Wenn sich hierzulande aktuell wieder das hässliche Gesicht des Antisemitismus zeigt (Israel-Flaggen werden verbrannt, eine Synagoge wird mit Steinen beworfen), denke ich: Jeder Stein trifft auch Jesus, den Juden, trifft auch Josef und Maria – und trifft in einer Weise unsere jüdischen Mitbürgerinnen und -bürger, wie ich es mir wohl nicht vorzustellen vermag.

Als Deutscher, der um die schreckliche Geschichte des Holocaust weiß … als Gast, der Israel bereisen durfte und mit beklommenem Schweigen die Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem besucht hat … als Christ in der Nachfolge Jesu Christi … beschämt und erschreckt mich der immer wieder aufkeimende Antisemitismus. Sind das dumme Menschen, die dafür empfänglich sind? Die Antwort wäre wohl zu einfach – und auch hinter dummen Menschen stehen oft schlaue Köpfe, die Auseinandersetzungen und Feindseligkeiten mit Vorsatz schüren.

Wo immer wir mit Antisemitismus konfrontiert werden (und sollte er auf noch so leisen Sohlen daherkommen), dürfen wir – als Christen und in Verpflichtung gegenüber unserer Geschichte und unseren jüdischen Mitbürgerinnen und -bürgern – uns weder schweigend abwenden noch uns einfach abfinden.

Bleiben wir wachsam!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

09.05.2021: Mai, Marienmonat

Einem eher nüchtern denkenden Menschen kann der Blick auf Maria, die Mutter Jesu, durch eine überbordende Marienverehrung verstellt werden. Darum möchte ich Maria nun einmal „reduzieren“:

Eine sehr junge Frau lässt sich auf das große Risiko ein, Mutter zu werden, ohne in einer festen Beziehung zu leben.

Den Engel, der ihr von Gott gesandt ist, lässt sie immerhin nicht ohne Nachfrage davonkommen: „Wie das wohl geschehen soll …?“

Die Freude der Schwangeren an dem Kind, das in ihr heranwächst, explodiert im jugendlich-prophetischen Jubel des Magnificat: „Meine Seele preist die Größe des Herrn …“

Ob ihr und Josef mit Blick auf das heranwachsende Kind Jesus bisweilen ein Gefühl der Fremdheit gemeinsam war? Haben sie dafür Worte gefunden?

Maria erlebt, wie direkt, bisweilen fast grob Jesus ihr und seiner Familie gegenüber sein kann. Aber sie glaubt an ihn und vertraut ihm.

Sie steht unter seinem Kreuz.

Sie bleibt nach seinem Tod und seiner Auferstehung im Kreis der Jünger, der Freunde und Freundinnen Jesu zugegen. Ist sie dort Trostsucherin? … Trostspenderin? … Ist sie beides? Es ist jedenfalls die letzte Erwähnung von Maria in der Schrift. Wie zuvor bei Josef bleibt ihr weiteres Schicksal ungeklärt.

Diese fast nüchterne Auflistung lässt mich an die Lebensgeschichte von Menschen denken, denen ich z.B. in Trauergesprächen begegne: Noch im einfachsten, schlichtesten oder gar armseligsten Lebensweg leuchten die Einzigartigkeit eines jeden Lebens und der göttliche Funke auf, den jeder Mensch in sich trägt. Auch daran kann uns der Marienmonat Mai erinnern …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

01.05.2021: Josef, Arbeiter und Beter / 1. Mai

Der 1. Mai ist nicht nur der Tag der Arbeit, sondern beinhaltet auch das Fest des heiligen Josefs des Arbeiters. Viele von Ihnen kennen Darstellungen des heiligen Josef mit einem Winkel in der Armbeuge und gefalteten Händen. In St. Marien Ahsen finden Sie eine entsprechende Figur: Der Arbeitende hält inne, um zum Betenden zu werden.

Ob es auch umgekehrt funktioniert: Der Betende hält inne, um zum Arbeitenden zu werden?

Und man stelle sich vor, wie Arbeit und Gebet sich gegenseitig durchdringen …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.03.2021: Durch Rom abgegrätscht

Ich habe mich vor über 40 Jahren mit dem Gedanken angefreundet, Priester zu werden, weil ich den Menschen das Evangelium, die Frohe Botschaft, mitteilen wollte. Diese Aufgabe bereitet mir nach wie vor große Freude.

Verlautbarungen aus Rom aber vermitteln mir bisweilen das Gefühl, dass sie mich wie einen Fußballer beim offensiven Vorstoß mit einer Blutgrätsche von den Beinen holen. Und die Verlautbarer sind zugleich der Schiedsrichter, der das Spiel trotzdem weiterlaufen lässt.

So fühlt sich auch die Entscheidung der Glaubenskongregation an, dass die Kirche nicht die Vollmacht habe, ihr Ja zu einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare zu geben.

In meinem Bekannten- und Freundeskreis befinden sich gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Beziehung seit vielen Jahren treu, verlässlich und liebevoll „… bis dass der Tod uns scheidet“ leben. Es sind Menschen, die mir sehr lieb sind – und die in ihrem liebevollen Miteinander ein Segen sind, für mich und andere.

Ja, sie sind ein Segen – leider ohne kirchlichen Segen.

In meinem Umfeld gibt es Paare, die geschieden und wiederverheiratet sind. In dieser neuen Beziehung steckt alles drin, was man sich von einer Beziehung nur wünschen kann: „Ich will dich lieben, achten und ehren …“

Sie sind ein Segen, auch für ihre gemeinsamen Kinder, auch für mich – leider ohne kirchlichen Segen.

Permanent sagen wir Menschen in liebevollen Beziehungen: Ihr lebt in Sünde, wir segnen euch nicht … aber selbstverständlich gehen wir wertschätzend mit euch um. Wie falsch muss sich das für diese Menschen anhören?

Ich bin es leid zu hören, dass eine Segnung auch wegen der Verwechslungsgefahr mit einer sakramentalen Eheschließung nicht möglich sei. Trauen wir den getauften und mit dem Geist beschenkten Menschen, die überhaupt noch etwas von uns wollen, denn keinerlei Unterscheidungskraft zu?

Warum hängen wir ein Hungertuch auf, das den Titel trägt „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“, wenn jedoch meine Kirche derzeit beständig vor der Weite des Raumes und vor Wandel zurückschreckt?

Ich fürchte jede Form der Theologie, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und auf mich den Eindruck macht, nicht mehr den Menschen aus Fleisch und Blut im Blick zu haben, der lebt, atmet, liebt, manchmal scheitert, aber aufs Neue Liebe wagt … sondern ihn zu einem konturlosen „Etwas“ macht, über das man trefflich „theologisieren“ kann.

Ich wünsche der Glaubenskongregation in Rom, dass sie nun laut, deutlich und vernehmlich die Stimme erhebt, wo immer in der Welt homosexuellen Menschen – auch durch kirchliche Stellen – eben nicht wertschätzend begegnet wird, sondern sie ausgegrenzt und stigmatisiert werden.

Ansonsten erleben wir eine zusehends Corona-konforme Kirche, frei von jeglicher Ansteckungsgefahr, weil frei von Begegnung: Niemand sucht mehr den Eingang, alle streben wie auf einer Einbahnstraße nur noch dem Ausgang entgegen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 geschlossen
Mittwoch 9:00-12:00 geschlossen
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00 geschlossen

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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