Aktuell > Geistliches Wort

08.06.2024: Nicht berufen

Was für ein Kontrastprogramm:

Am Donnerstag habe ich in ihrem Blog einen pointierten Vortrag der Journalisten Christiane Florin vor der kfd Aachen vom 23. Mai gelesen: Verdächtig, aber nicht verboten: Der Prüf-Fall Frau. Impuls zu einem Abend "Weiberaufstand – wie ist der Stand?".

Am Folgetag, dem gestrigen Freitag, las ich dann auf katholisch.de eine Meldung mit Äußerungen des ehemaligen Leiters der Glaubenskongregation, Kardinal Müller: Nur Männer könnten Christus darstellen … Frauen zum Priester zu weihen, sei sakramental unmöglich … und Frauen könnten nicht zu diesem Amt berufen sein, das müsse ein Irrtum sein.

Kardinal Müller folgt in seiner Begründung einer Logik, die in sich stimmig sein mag. Doch ich frage mich, ob man zwangsläufig dieser Logik folgen muss: Warum glaubt man(n) so sicher und felsenfest zu wissen, was Gott sich mit Blick auf die Rollen von Mann und Frau vorgestellt und ob Jesus die Kirche im Jahre 2000plus mehr oder weniger so gewollt hat, wie sich heute präsentiert? Wie kann man(n) im Jahre 2000plus noch immer den Ruf der Frauen u.a. nach Anerkennung ihrer Berufungsgeschichten so konsequent abbügeln?

Ich glaube, dass wir Männer (oder zumindest sehr viele Männer) noch immer weit davon entfernt sind, uns soweit in die Situation von Frauen in Gesellschaft und Kirche versetzen zu können, dass uns ihr weltweiter Ruf nach Gerechtigkeit - und Geschlechtergerechtigkeit - innerlich zutiefst nachvollziehbar wird.

Wie erfrischend war doch kürzlich die Rede des italienischen Komikers Roberto Benigni beim Weltkindertag der katholischen Kirche in Rom, der in Gegenwart von Papst Franziskus den Kindern zurief: „Hier ist alles möglich, im Vatikan sind wir im Reich Gottes, und im Reich Gottes ist alles möglich, auch dass jemand von euch Papst wird ... Vielleicht ein Afrikaner oder ein Asiate ... oder ein Mädchen, eine Frau. Der erste weibliche Papst in der Geschichte. Mamma mia, davon würde man sogar auf dem Mond sprechen!"

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

02.06.2024: Plötzlich ... ein Wunder!

Vor wenigen Tagen, gar nicht weit weg von uns ... da sprachen sie plötzlich in Scharen von einem Wunder: Der VfL Bochum hatte - womit nicht mehr viele gerechnet hatten - tatsächlich noch im 2. Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf den Bundesliga-Klassenerhalt geschafft, trotz der Hypothek einer 0:3 Heimniederlage. Ein Wunder! Ein Fußballwunder!

Ein weiteres Fußballwunder ist am gestrigen Abend im Finale der Championsleague für den BVB (Borussia Dortmund) leider ausgeblieben.

Aber es wäre doch schade, wenn sich Wunder nur noch im Fußball finden würden. Und wenn Fußballmannschaften schon Wunder hinkriegen, sollte es Gott dann nicht erst recht möglich sein, uns im Alltag mit dem ein oder anderen Wunder(baren) zu beschenken?

Vielleicht spricht er uns ja eine ganz einfache Einladung aus: Augen auf, Ohren auf - und entdecken!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

25.05.2024: Gegenentwurf Dreifaltigkeit

Auf Sylt grölen junge Partygäste ausländerfeindliche, rassistische Parolen.
Dasselbe geschieht auf einem Schützenfest in Löningen ... und bei einem Volksfest in Erlangen ...

Man könnte dazu neigen, diese Menschen als Idioten oder Dummköpfe zu titulieren. Aber damit tut man ihnen unrecht: Denn es handelt sich bei Ihnen um (fast) erwachsene Menschen, womöglich bereits in einer festen Beziehung, womöglich bald in einer Elternrolle oder in beruflicher Verantwortung ... und das macht ihr Handeln so verwerflich: Sie sind verantwortlich zu machen für das, was sie tun.

(Fast) erwachsene Menschen grölen in Deutschland öffentlich ausländerfeindliche, rassistische Parolen - und ernten teilweise nicht einmal Widerspruch von anderen Gästen: Daran will und werde ich mich (und hoffentlich viele andere mit mir) nicht gewöhnen!

Heute, am Sonntag nach Pfingsten, feiert die katholische Kirche den Dreifaltigkeitssonntag. Dreifaltigkeit, das klingt kompliziert, aber für mich stellt sie einen drastischen Gegenentwurf zu dem dar, was auf Sylt ... in Lönigen ... in Erlangen ... und sonstwo noch geschieht:

Dreifaltigkeit ist Leben pur ist bunt!
Dreifaltigkeit ist bunt ist Leben pur!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

19.05.2024: Pfingstliche Leerstelle?

Wir brauchen die Heilige Geistkraft als Rückenwind, zur Bestärkung ... Aber könnte sie sich uns auch entziehen, uns als Leerstelle begegnen?

Könnte sie uns so veranlassen, in einer Bewegung innezuhalten, die durch liebgwordene Gewohnheiten oder Traditionen bestimmt ist oder durch zunehmende Frustration und zunehmenden Pessimismus?

Und könnte sich als Folge dieses Innehaltens neu eine Sehnsucht in uns entwickeln, die uns nach Gott und einer Zukunft mit ihm fragen lässt?

Könnte uns auch so die Heilige Geistkraft begegnen - und neu beleben?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

11.05.2024: Wenn schon nicht Polarlicht ...

Nachdem ich sie in der vergangenen Nacht verschlafen habe, weiß ich noch nicht, ob ich in der kommenden Nacht auf Schlaf verzichte, um möglicherweise Polarlichter zu sehen.

Immerhin gibt es alltäglichere Alternativen: Beim jetzigen Sonnenstand gab es während der Abendmesse in der Josefskirche wieder ein schönes "Lichtgraffiti" an der Wand zu bewundern: Josefslicht statt Polarlicht. Ein weiteres "Lichtgraffiti" fand ich, als ich bei meiner Heimkehr das Fahrrad in die Garage schob: Garagenlichtspiel statt Polarlicht. Es lohnt sich einfach, auch diese kleinen Alltäglichkeiten staunend wahrzunehmen.

Und jetzt lasse ich mich überraschen, ob aus dem "... statt Polarlicht" in der Nacht doch noch ein "... und Polarlicht" wird ...

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

04.05.2024: Sie ist dufte

Am vergangenen Donnerstag war ich mit den Landfrauen unterwegs, eine Radtour an verschiedenen Weg- und Hofkreuzen vorbei, verbunden mit einer Maiandacht: Maria, deren Leben aufgeblüht ist, durch alle Freuden und Krisen ihres Lebens hindurch ...

Am Ende dieses Weges, angefüllt mit Impulsen, Gesang und den Düften der Landschaft, die wir durchfahren haben, ließ sich alles sehr gut in diesem schlichten Satz zusammenfassen:

"Maria ...
... du bist dufte."

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

28.04.2024: Luft nach oben

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
(Joh 15,5; aus dem Sonntagsevangelium)

Es ist spannend,
diese tiefe Verbundenheit zu ergründen,
sie zu leben.

Dabei bleibt immer Luft nach oben:
Nicht als Leistungsdruck,
nicht als Rekordjagd,
nicht aus Ausdruck menschlicher Minderwertigkeit,
sondern Gott lässt uns - lebenslang - Raum,
ihm entgegenzuwachsen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.04.2024: Erdende Klänge

Vom Frühlingsfest der Kleinen Oase drangen einige musikalische Klänge in die heutige Vorabendmesse in St. Josef, nicht laut, nicht aufdringlich, aber eine Erinnerung, dass nebenan auch ein Fest gefeiert wurde. Diese Klänge haben den Gottesdienst geerdet, wie auch der Autolärm von der Castroper Straße: Erinnerungen, Mahnungen, dass wir Gottesdienst nicht in einem Vakuum, sondern mitten im Leben feiern.

Klänge "von der Straße" dringen in unseren Gottesdienst und erden ihn.

Welche Klänge, welche "Musikalität des Glaubens" können wir umgekehrt in den Alltag tragen, um ihn - zumindest ein Stück weit - zu himmeln?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

13.04.2024: Orgelimprovisation und Auferstehung

Am Freitagabend war Paolo Oreni in der Amanduskirche zu Gast, ein international renommierter Organist, der an unserer Klais-Orgel ein Konzert gab, u.a. „auf Zuruf“ eine Improvisation über „Das Grab ist leer“. Diese Improvisation, um es mit meinen laienhaften, musikalisch ungeübten und ungelenken Worten auszudrücken … war suchend, tastend und vielfältig … war klangstark und farbig … spürte manchem nach … ließ Überraschendes einfließen … fühlte sich lebendig an … schoss kreuz und quer … ließ sich Zeit bis zum Höhepunkt … und verlor nie die Spur.

Bildlich gesprochen konnte ich innerlich immer wieder mit dem Kopf nicken und zustimmen: Ja, so könnte ich mir Auferstehung vorstellen!

Die leider nur wenigen Zuhörerinnen und Zuhörer spendeten Paolo Oreni am Ende des Konzertes einen hochverdienten und kräftigen Applaus.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

07.04.2024: Wunderbarer Schlusspunkt

Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben,
damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Mit diesen Worten endet nicht nur das heutige Sonntags-, sondern auch das Johannes-Evangelium insgesamt.

Was für eine wunderbare Schlussnote, was für ein wunderbarer Ausblick:

... damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Ich suche nach weiteren Worten, doch was sollte ich dem noch hinzufügen können?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

31.03.2024: Ostergruß

Allen
ein gesegnetes
und hoffnungsfrohes
Osterfest
2024!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

30.03.2024: Einfach nur ... Karsamstag

Uns leuchtet hinter dem Karfreitag bereits das österliche Licht auf:
Vorteil für uns.

Die Freundinnen und Freunde Jesu sahen dieses Licht noch nicht:
Sie waren in der schier ausweglosen Dunkelheit von Trauer und Schmerz gefangen.

Uns leuchtet hinter dem Karfreitag bereits das österliche Licht auf:
Das heißt: Ein Fest steht vor der Tür.
Das heißt: Gäste kündigen sich an.
Das heißt: Vorbereitungen sind nötig.

Ob es uns trotzdem gelingen kann,
dem Karsamstag ein Stück weit
den Charakter als Tag der Grabesruhe zu bewahren?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

29.03.2024: Zeichen der Liebe

Jesus Christus ist am Kreuz gestorben ... wegen uns, wegen unserer Sünden, unserer Schuld.
Das ist eine Sichtweise.

Jesus Christus ist am Kreuz gestorben ... für uns.
Das ist eine andere Sichtweise.

Das Ergebnis bleibt gleich: Jesus Christus ist am Kreuz gestorben.
Aber es tut gut, mit dem "für uns" in den Blick zu nehmen, dass wir in seinem Kreuzestod einer unbegreiflichen und unermesslichen Liebe begegnen.

Deshalb wurden heute bei der Kreuzverehrung Rosen ausgeteilt, als Zeichen dieser Liebe.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

28.03.2024: ÖsGz

Ich weiß nicht, ob ich es noch einmal erleben werde, die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag mit einer Gruppe "wachend und betend" durchzumachen ...

(Obwohl sich da gerade eine vage Idee in meinem Kopf formt ...)

Aber auch die (relativ kurze) Ölbergstunden-Gebetszeit* bis 23 Uhr hat es für mich - alle Jahre wieder - in sich: Eine ganz besondere, dichte Zeit, die ich nicht missen möchte ...

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

*Ja, dafür steht die (etwas alberne) Abkürzung in der Überschrift ...

24.03.2024: Gedankenblitz "Wie ...?"

Ein Gedankenblitz, urplötzlich,
beim Verlassen der Trauerkapelle auf dem Hauptfriedhof.

Eine Frage, wie aus dem Nichts:
Wie möchte ich eigentlich sterben?

Und die Antwort,
die ich mir spontan gebe:

Neugierig.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

17.03.2024: So viel erlebt, eine Frage bleibt

In den vergangenen 14 Tagen ...
... viele Termine, von der Wiege bis zur Bahre
... Termine, beruflich wie privat
... kein Stress, keine Hektik
... aber viele intensive Eindrücke
... Vor- und Nach- und Aufbereitungen
... unterschiedliche gottesdienstliche Feiern
... Gespräche, Hilfegesuche
... geistliche Lektüre, die zum Nachdenken anregt

Über allem aber bleibt die Frage eines Erstklässlers aus einem Klassengottesdienst in der Lohschule:
"Wie erkennt man eigentlich, dass Gott da ist (wenn man ihn doch nicht sehen kann)?"

Eine kluge Kinderfrage, die es verdient, dass man sie eine Weile offenhält und nicht sofort mit einer zu leichtfertigen Antwort zur Hand ist.
Eine kluge Kinderfrage, die zur "Störung" wird: Habe ich bei all den Terminen Gott und seiner Gegenwart eigentlich meine Tür einen Spalt weit offengehalten?
Eine kluge Kinderfrage mit Nachhall ...

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

09.03.2024: In die Hocke

Wer mich am Strand beim Fotografieren beobachtet, wird mich häufig hockend erleben: So ergeben sich besondere Perspektiven, wie z.B. jene "auf Augenhöhe" mit dem Vogel auf dem beigefügten Foto ... anders als die Perspektive "von oben herab".

Allerdings merke ich, dass ich mit den Jahren steifer werde und dass das Aufstehen nicht mehr ganz so geschmeidig vor sich geht: Da ist wohl verstärkt Gymnastik angesagt.

In der Seelsorge ist es vergleichbar: Begegnungen auf Augenhöhe sind lohnender als Begegnungen "von oben herab". Doch in der Seelsorge kann man ebenfalls mit den Jahren steif(er) und unbeweglich(er) werden. Auch dagegen hilft Gymnastik, bestehend aus Selbstreflexion, der Pflege geistlichen Lebens, der bleibenden Neugierde auf das, was das Leben an Fundstücken zu bieten hat ...

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

03.03.2024: Fundstücke

Es lohnt sich, bei einem Strandspaziergang die Augen nicht nur zum Horizont, sondern auch zum Boden hin zu lenken. (Anmerkung: Das ist z.B. beim Fotografieren wichtig: Wenn man konzentriert den Horizont anvisiert, übersíeht man schnell die Welle, die einem die Schuhe durchnässt.) Wie das beigefügte Foto zeigt, lassen sich kleine Schätze und Staunenswertes eben nicht nur in der Ferne finden - und so manche Strandspaziergänger*innen tragen Muscheln, Bernstein und andere kleine Fundstücke wie Schätze heim.

Bisweilen finde ich am Strand auch Themen für weitere Inselwochen, wie z.B. "Die Rose am Strand und andere Fundstücke". Doch dieses Thema wird erst im Frühjahr 2026 umgesetzt. In der vergangenen Woche lautet das Thema der "InselAusZeit" auf Wangerooge: "Alles Gute kommt von oben – Biblische Spuren im Alltag". Ob Sie es glauben oder nicht: Dabei streiften wir u.a. eine der jüngsten "Planet der Affen"-Verfilmungen und schreckten auch vor Heavy Metal nicht zurück.

Ihnen biete ich als kleine Fundstücke nun das jeweils von mir geschriebene Morgen- und Abendgebet an, die unsere Gruppe durch die vergangenen Tage begleitet haben:

Morgengebet
Gott,
ich fühle mich nicht vorsintflutlich altmodisch,
wenn ich das Wort an dich richte.
Ich will jetzt auch nicht
bei Adam und Eva beginnen.
Ich blicke vielmehr auf den neuen Tag,
der seine Stunden vor mir ausbreitet:
Wird er mir schenken, was mein Herz begehrt?
Werde ich Überraschendes und Neues
unter der Sonne finden?
Ich bitte dich, Gott:
Hüte mich wie deinen Augapfel
auf den Wegen des Heute,
damit ich am Ende dieses Tages
frohen Herzens sagen kann:
Gott sei Dank!

Abendgebet
Gott sei Dank,
Gott,
für alles Schöne,
das mir heute geschenkt wurde,
für alles,
dessen Sinn sich mir erst noch erschließen wird.
Für deine Einladung,
dir alles anvertrauen zu können,
was diesen Tag einzigartig gemacht hat.
Sei du nun die Arche,
die mich sicher trägt
durch das dunkle Meer der Nacht.
Amen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

24.02.2024: Weihnachtsblitzer in der Fastenzeit

In seine Lieb versenken
will ich mich ganz hinab ...

Diese Worte aus dem Weihnachtslied "Zu Betlehem geboren" schossen mir plötzlich im Laufe dieser Woche zum Ende eines Gottesdienstes durch den Kopf ... verbunden mit der Frage: Geht es letztlich nicht genau darum in der Fastenzeit? Näher zu Gott hinzufinden, sich tiefer in die Liebe Jesu zu versenken?

Beim christlichen Verständnis des Fastens geht es um mehr als nur das ein oder andere Kilo weniger auf der Waage: Das Fasten lädt ein, Frei-Räume zu schaffen für die dreifaltige Lebensfülle Gottes.

Dann wird es tatsächlich weihnachtlich, mitten in der Fastenzeit.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

14.01.2024: "Remigration": Ist das euer Ernst?

Es soll später niemand sagen, „man“ habe es nicht gewusst: Rechte Netzwerker treffen sich, um Pläne für die Abschiebung von Millionen Menschen aus diesem Land zu besprechen, auch von Menschen, die hier geboren sind, aber nicht für ausreichend „deutsch“ angesehen werden.

Es soll später niemand sagen, „man“ hätte es (wieder) nicht gewusst … oder „man“ hätte es (wieder) nicht ahnen können … oder „man“ hätte (wieder) gedacht, dass es so schlimm schon nicht kommen werde.

Als Christ – und auch als Priester – lebe ich nicht im luftleeren Raum: Ich bejahe die Demokratie, in der wir leben. Ich sehe mit Sorge, wie Menschen sie untergraben und vor wenigen Jahren noch Unsagbares, Undenkbares erneut Raum gewinnt. Und wie vielerorts in der Welt stilisieren sich jene, die diese Verrohung und Unmenschlichkeit vorantreiben, stets als Opfer, wenn ihnen widersprochen wird …

In einer Demokratie gilt:
Wer die Wahl hat …
Wer nicht wählt …
Wer „protestwählend" mit dem Feuer spielt …
Wer unwidersprochen geschehen und laufen lässt …
… trägt Verantwortung für die Folgen.

Das mag eine unbequeme Erkenntnis sein, aber Freiheit ist stets mit Verantwortung verbunden. Das gilt auch insgesamt für uns Menschen, die Gott als seine Geschöpfe in die Freiheit entlassen hat … Aus dieser Verantwortung braucht es energischen Widerspruch, wo immer die Würde von Menschen verletzt oder bedroht wird.

Die oben genannten Rechten Netzwerker und andere mit ihnen verletzen und bedrohen sehr konkret die Würde von Menschen. Ihnen ist energisch - mit den Mitteln unseres Rechtsstaates - Widerstand zu leisten!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Mittwoch 9:00-12:00  
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00  

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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