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11.04.2021: Nach oben offen

Ein simples Motiv: Ein nach oben offener Rahmen.

Dieses Motiv erinnert uns daran, dass wir den Osterfeiertagen ein festliches Gepräge gegeben haben … oder den Erstkommunionfeiern am gestrigen und heutigen Tag (wie es unter den Bedingungen dieser Tage möglich ist) …

Zugleich sollten wir unsere Mühe aber nicht darin erschöpfen, den Rahmen für diese Feiern zu schaffen. Sie leben am Ende insbesondere davon, dass wir für das offen bleiben, was „von oben“ kommt, was uns vom Himmel her zufließen will … wie z.B. der Atem von Gott, die Kraft von Gott, der Heilige Geist (wie es die Bibel in Leichter Sprache aus dem heutigen Tagesevangelium übersetzt, Joh 20,19-31).

Da wäre es also, um mit anderen Worten zu sprechen, ein wahrer Segen für uns, nach oben hin nicht ganz dicht zu sein!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

05.04.2021: Impuls zum Ostermontag

Heute ist das Gestern von Morgen, doch das Osterfest hallt nach bis hin zum Pfingstfest, das Ostern „veredeln“ wird, und noch darüber hinaus.

Die Osterzeit wirft Sand in das Getriebe der Zeit, bis es zu knirschen beginnt: Wir sollen nicht so tun, als sei nichts gewesen … als könnten wir Ostern nun abhaken und es auf sich beruhen lassen …

Das Osterfest hallt nach. Es infiziert das Hier & Heute, das Jenseitige schwappt über in das Diesseitige, das Osterlicht transformiert jedes „Weiter so“ in ein „Es kann (und wird) ganz anders sein …“

Nimm Ostern mit, schenke ihm jeden Tag einen Augenblick Deiner Aufmerksamkeit, schenke ihm täglich einen Gedanken …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

04.04.2021: Impuls zum Ostersonntag

Ostern lässt uns das Leben in einem neuen Licht sehen: Verklärt ist alles Leid der Welt … Über Leid und Tod hinaus stellt Gott unsere Füße auf weiten Raum.

H a l l e l u j a!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

03.04.2021: Impuls zum Karsamstag

Zum Karsamstag möchte ich einen Satz von John Henry Kardinal Newman (+ 1890) zitieren, der mir beim Stundengebet haften blieb:

Da war eine Kraft in seinem (Jesu) Tod, die in keinem anderen sein konnte, denn er war Gott.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

02.04.2021: Impuls zum Karfreitag

Wenn du am Leid des Anderen nicht mehr vorübergehen kannst, weil es dir ins Gesicht schaut und dich bis ins Herz trifft …

Wenn du den Leidenden nicht mehr ignorieren kannst, weil sein Blick dich getroffen hat …

Und wenn du dich dann hilflos, ohnmächtig und vielleicht vor Angst auch wie gelähmt) fühlst …

… fühlt sich so Karfreitag an?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

01.04.2021: Impuls zum Gründonnerstag

Brot und Wein.

Mich beeindruckt immer wieder die Schlichtheit und Alltäglichkeit der Zeichen, die Jesus ausgewählt hat, um unter uns gegenwärtig zu sein.

Brot und Wein.

Und Menschen, die beides zu seinem Gedächtnis miteinander teilen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

31.03.2021: Impuls zum Mittwoch der Karwoche

Diese Tage erinnern uns:

Nicht nur, dass der Tod nicht vom Leben lässt …

… das Leben lässt auch nicht vom Tod.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

30.03.2021: Impuls zum Dienstag der Karwoche

Die Regenbogenfahnen an vielen Kirchen im Land finden Beifall, stoßen aber auch auf Kritik und Unverständnis. Sie stehen beispielhaft für Themen, die derzeit unsere Kirche in starke Spannung versetzen … Am Begriff „Zeitgeist“ z.B. scheiden sich die Geister: Ist der Zeitgeist ein Ungeist, der die Kirche zur bequemen Anpassung verführt, oder spricht durch den Zeitgeist Gott zu uns und legt den Finger in die Wunden ungeklärter Fragen?

Was hält uns angesichts aller Spannungen zusammen?

Liegt im Kreuz eine Antwort? Der senkrechte Balken des Kreuzes verbindet Himmel und Erde, der Querbalken bewirkt Verbundenheit unter den Menschen …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

29.03.2021: Impuls zum Montag der Karwoche

Am heutigen Montag der Karwoche feiert Bischof Felix Genn im Dom zu Münster die „Chrisammesse“, in der die liturgischen Öle für die Spendung der Sakramente geweiht werden.

Diese Feier schafft Verbundenheit, z.B. der Getauften untereinander, die mit Öl „aus dem gleichen Pott“ gesalbt werden … Verbundenheit mit der Hauptkirche unseres Bistums und mit dem Bischof …

Insbesondere in diesen Monaten der Pandemie stellt sich immer wieder die Frage: Gelingt es uns ausreichend, unter den Bedingungen dieser Tage diese Verbundenheit auch vor Ort zu leben?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

28.03.2021: Impuls zum Palmsonntag

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“: In den vergangenen Wochen haben wir immer wieder auf das Hungertuch geschaut.

Seine Botschaft wird sich in den Feiern der kommenden Tage verdichten: Jesus Christus öffnet uns durch alle Gebrochenheit hindurch weiten Lebens-Raum, durch ihn erfahren wir die Kraft des Wandels und der Wandlung.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum …"

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

27.03.2021: Lichtblick zum Auftakt

Das beigefügte Bild braucht nicht viele Worte:

Einfach nur ein farbenfroher Auftakt, ein Lichtblick zu Beginn der Kar- und Ostertage!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.03.2021: Durch Rom abgegrätscht

Ich habe mich vor über 40 Jahren mit dem Gedanken angefreundet, Priester zu werden, weil ich den Menschen das Evangelium, die Frohe Botschaft, mitteilen wollte. Diese Aufgabe bereitet mir nach wie vor große Freude.

Verlautbarungen aus Rom aber vermitteln mir bisweilen das Gefühl, dass sie mich wie einen Fußballer beim offensiven Vorstoß mit einer Blutgrätsche von den Beinen holen. Und die Verlautbarer sind zugleich der Schiedsrichter, der das Spiel trotzdem weiterlaufen lässt.

So fühlt sich auch die Entscheidung der Glaubenskongregation an, dass die Kirche nicht die Vollmacht habe, ihr Ja zu einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare zu geben.

In meinem Bekannten- und Freundeskreis befinden sich gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Beziehung seit vielen Jahren treu, verlässlich und liebevoll „… bis dass der Tod uns scheidet“ leben. Es sind Menschen, die mir sehr lieb sind – und die in ihrem liebevollen Miteinander ein Segen sind, für mich und andere.

Ja, sie sind ein Segen – leider ohne kirchlichen Segen.

In meinem Umfeld gibt es Paare, die geschieden und wiederverheiratet sind. In dieser neuen Beziehung steckt alles drin, was man sich von einer Beziehung nur wünschen kann: „Ich will dich lieben, achten und ehren …“

Sie sind ein Segen, auch für ihre gemeinsamen Kinder, auch für mich – leider ohne kirchlichen Segen.

Permanent sagen wir Menschen in liebevollen Beziehungen: Ihr lebt in Sünde, wir segnen euch nicht … aber selbstverständlich gehen wir wertschätzend mit euch um. Wie falsch muss sich das für diese Menschen anhören?

Ich bin es leid zu hören, dass eine Segnung auch wegen der Verwechslungsgefahr mit einer sakramentalen Eheschließung nicht möglich sei. Trauen wir den getauften und mit dem Geist beschenkten Menschen, die überhaupt noch etwas von uns wollen, denn keinerlei Unterscheidungskraft zu?

Warum hängen wir ein Hungertuch auf, das den Titel trägt „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“, wenn jedoch meine Kirche derzeit beständig vor der Weite des Raumes und vor Wandel zurückschreckt?

Ich fürchte jede Form der Theologie, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und auf mich den Eindruck macht, nicht mehr den Menschen aus Fleisch und Blut im Blick zu haben, der lebt, atmet, liebt, manchmal scheitert, aber aufs Neue Liebe wagt … sondern ihn zu einem konturlosen „Etwas“ macht, über das man trefflich „theologisieren“ kann.

Ich wünsche der Glaubenskongregation in Rom, dass sie nun laut, deutlich und vernehmlich die Stimme erhebt, wo immer in der Welt homosexuellen Menschen – auch durch kirchliche Stellen – eben nicht wertschätzend begegnet wird, sondern sie ausgegrenzt und stigmatisiert werden.

Ansonsten erleben wir eine zusehends Corona-konforme Kirche, frei von jeglicher Ansteckungsgefahr, weil frei von Begegnung: Niemand sucht mehr den Eingang, alle streben wie auf einer Einbahnstraße nur noch dem Ausgang entgegen.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

13.03.2021: Der Segen, den wir schnell leid werden

Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass!

An diesem Samstagmittag schaue ich aus dem Fenster und sehe, wie teils mit Sturmesbrausen jede Menge des nassen Gottessegens auf die Erde prasselt. Regen ist ein Segen, denke ich, und doch werden wir nichts so schnell leid wie Regenwetter.

Willkommen ist der langanhaltende, sanfte Landregen, am besten in der Nacht, wenn (fast) alles schläft, denn er tut der Erde gut … Wie oft aber gießt es wie aus Kübeln auf uns herab und wird die Erde der abfließenden Wassermassen kaum mehr Herr!

In den vergangenen Jahren, angesichts langer Trockenzeiten im Sommer, habe ich gelernt, den Regen mit anderen Augen zu sehen. Auch den zur ungelegenen Zeit kommenden Schauer kann ich dankbarer annehmen: Es regnet, Gott segnet … Denn das, was hierzulande lange selbstverständlich schien, ist es nicht mehr: Ein ausgewogenes Verhältnis von Trocken- und Regenzeiten.

Womöglich steht dieses „Regen-Beispiel“ stellvertretend für andere Lebensbereiche, in denen Selbstverständlichkeiten verloren gegangen sind und ein Lebensrhythmus sich verändert hat – und wo sich dennoch und weiterhin die Erinnerung findet: Gott segnet …

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

05.03.2021: Wie eine zu kurze Bettdecke

Auch das diesjährige Hungertuch kann man betrachten wie eine Bettdecke, die zu kurz ist: Entweder ist es oben warm und unten kalt oder umgekehrt.

Es lässt uns frösteln, weil es uns Gewalt und Unterdrückung vor Augen führt: Das Motiv des Röntgenbildes, das einen bei einer Demonstration in Chile gebrochenen Fuß zeigt, bringt zum Ausdruck, welchen Gefahren sich vielerorts Menschen aussetzen, die für eine gerechtere Welt eintreten.

Zugleich vermittelt das Hungertuch Wärme: Der goldene Faden und die goldenen Blumen weisen uns darauf hin, dass die Hoffnung auf eine andere Welt keine vergebene Liebesmüh ist, sondern wir uns aufgrund dieser Hoffnung der Gewalt entgegenstemmen können.

Beide Seiten gehören beim Hungertuch zusammen und bilden eine Einheit.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

27.02.2021: Fremde Welt

Eine unberührte, unbelebte und in rötliches Licht getauche Landschaft, fremd und doch vertraut, eine Atmosphäre, in der Temperaturen von 20° C bis – 85° Celsius wirken … Ein Planet mit geringer Schwerkraft, auf den noch kein Mensch seinen Fuß gesetzt hat … Es bleibt eine spannende Frage, ob und unter welchen Bedingungen es Leben auf dem Mars gegeben hat und ob dort auch künftig Leben möglich sein könnte.

Außergewöhnlich faszinierend fand ich die Bilder, die uns in dieser Woche vom Planeten Mars erreicht haben, wo der Perseverance-Rover unterwegs ist, um Daten zu sammeln, die dann an die NASA übermittelt werden.

Einst war die Welt eine Scheibe, der Himmel ein Gewölbe, an dem die Lichter hingen … Die Sonne drehte sich natürlich um die Erde, die der Mittelpunkt des Universums war, bewohnt vom Menschen, der Krone der Schöpfung … Neue und bahnbrechende naturwissenschaftliche Erkenntnisse wurden zur Herausforderung für den christlichen Glauben oder gar als Bedrohung empfunden, die teils auch mit Gewalt bekämpft wurden ...

Mich lassen die Bilder vom Mars auch weiterhin staunend bekennen, summen und singen: Alles hat Gott gemacht!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

20.02.2021: Nüchternheit+

Es ist nüchtern geworden in unseren Kirchen, Abbild der Österlichen Bußzeit, die zu einem nüchternen, ehrlichen Blick auf das Leben einlädt.

Doch es ist eine Nüchternheit+, denn in all der Nüchternheit findet sich – als besonderer „Hingucker“ – das diesjährige Hungertuch. Auch die Hungertücher sind alljährlich von einem nüchternen, unverstellten Blick auf das Leben geprägt. Zugleich punkten sie – wie auch in diesem Jahr – mit einem Hoffnungschimmern: Nüchternheit+ eben.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9-12 Uhr und 15-17 Uhr

Aufgrund der aktuellen Situation bleibt das Pfarrbüro ab Mittwoch, 16.12.2020 –bis auf Weiteres – für den Publikumsverkehr geschlossen, ist aber während der Öffnungszeiten per Telefon und Email erreichbar.

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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