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Lichtinstallation - Hinter den Kulissen

Einmal im Jahr verwandelt sich die St. Amandus Kirche in Datteln in ein buntes Lichtermeer. Und jedes Jahr bekommen wir dieselbe Frage gestellt: "Wie macht ihr das eigentlich?" - Darauf möchten wir in diesem Artikel etwas eingehen.

Zunächst einmal zu uns:

Jonas und Matthias bei der Lichtprogrammierung im Keller

Im Jahr 2014 hatte der damalige Pastor Martin Limberg die erste Lichtinstallation zusammen mit Marlies Woltering, Matthias Reimann und Jonas Wiegert ins Leben gerufen. Seitdem findet jedes Jahr (so Corona will) die Lichtinstallation statt.

Das "Team-Lichtinstallation" besteht derzeit aus insgesamt sechs Personen und wird von Matthias Reimann und Jonas Wiegert geleitet, die auch diesen Beitrag verfasst haben und folgend als "wir" genannt werden.

Eine häufige Frage ist: "Macht ihr das hauptberuflich und bekommt dafür Geld?"
Nein, wir machen alles ehrenamtlich und ausschließlich als Hobby neben unseren eigentlichen Berufen und dem Familienleben. Manche sagen uns auch nach, dass wir etwas verrückt seien, was sicherlich in Teilen auch berechtigt ist. Aber es macht uns einfach eine Menge Spaß mit unseren Ideen und den technischen Möglichkeiten Leute zu begeistern.
Das Bild rechts zeigt uns (li. Jonas, re. Matthias) im Keller bei der Lichtprogrammierung.

Ablauf der Vorbereitungen

Wasserfall in der Kirche

Alles beginnt im Februar mit einem ersten Gedankenaustausch. Jeder hat sich Ideen gemacht, man tauscht sich aus, entwickelt, spinnt und verwirft Gedanken und am Ende des ersten Treffens steht eine Grundidee. Diese Idee verfolgen alle Teammitglieder nun weiter und bauen sie inhaltlich und kreativ in Gedanken weiter aus.

Bei einem nächsten Treffen (meistens im März) wird die Grundidee dann in ein konkreteres Konzept umgearbeitet. Dabei steht neben dem Inhalt auch immer die Frage nach der technischen Umsetzbarkeit im Zentrum. Auch wenn sich manche Ideen einfach anhören, so sind sie technisch entweder so aufwändig oder aber auch teuer, dass sie für uns nicht umsetzbar sind.

Um eine Vorstellung vom Aufwand zu bekommen:
Das Bild links zeigt eines der aufwändigsten Kunstobjekte. Ein 3 Meter hoher und breiter Wasserfall in der Kirche, der von den Besucher*innen farblich selbst beleuchtet werden konnte. Die Bauzeit erstreckte sich über mehrere Wochen und es gab unzählige Versuche und Rückschläge, bis alles so funktionierte, wie wir es wollten. Insgesamt sind alleine in die Planung, Konstruktion und den Aufbau mehr als 80 Arbeitsstunden geflossen.

Ein anderes sehr aufwändiges Projekt war das Video zur Entstehung Dattelns mit dem freundlichen Mönch Baudeamus, den wir direkt aus dem Mittelalter ins Heute gebeamt haben. Nach dem Schreiben des Drehbuchs, dem Zeichnen des Storyboards und dem Basteln der Requisiten, ging es ins selbstgebaute Greenscreen-Studio. 15 Stunden am Stück wurde gedreht und danach startete die Nachbearbeitung. Allein die Produktion des gesamten Videos hat mehr als 150 Stunden Arbeitszeit verursacht.

Programmieroberfläche Lichtshow

Nun aber weiter ...
Wenn das Konzept soweit steht, werden in den folgenden Monaten zunächst alle Kunstobjekte oder Medien erstellt. Für die Show 2021 haben wir zum Beispiel zunächst passende Lieder herausgesucht. Danach wurde das Skript mit den Gedankenimpulsen geschrieben und im selbstgebauten Studio eingesprochen.
Wir haben dann aus den Einzelteilen eine große Audio-Datei gemacht, welche alle Lieder, Soundeffekte und Impulse miteinander verbunden hat.

Nach dieser Vorbereitung ohne Licht, geht es an die konkrete Programmierung der Lichtshow. Wir nutzen dazu die gebräuchliche DMX-Technik und ein Profi-Lichtprogramm, welches die Lampen über eine Steuerleitung mit den programmierten Befehlen versorgt. Wie die Programmierung aussieht, ist rechts auf dem Bild zu sehen.

Lampen im Keller zur Programmierung der Lichtshow

Das Problem (oder besser die Herausforderung) bei der Programmierung ist, dass wir insgesamt nur 10 Lampen selbst besitzen und die anderen Lampen erst zur Veranstaltung angemietet werden. Wie das im Keller bei unserer Programmierung aussieht, sieht man links auf dem Bild.
Wir müssen also die gesamte Show, die aus ca. 60 Lampen besteht, zunächst mit 10 Lampen darstellen und programmieren. Oft ist dabei unsere Vorstellungskraft gefordert und wir schätzen das Aussehen und die Intensität der einzelnen Farben ab. Ob unsere Vorstellung zur Realität passt, sehen wir erst beim Aufbauen selbst.

Aufbau Werbeshooting - Regenbogenwolken

Parallel zur Fertigstellung der Lichtkunstobjekte, Medien und der Lichtshow wird am Werbematerial und den Begleitheften gearbeitet. Für die Lichtinstallation 2021 mit dem Motto "Traumwelten" kamen uns verträumt wirkende, bunte Wolken in den Sinn. Die Idee war gefunden, aber wie bekommt man bunte Wolken erzeugt? Die Computeranimation war ganz nett, hat aber nach ca. 20 Stunden Arbeit zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt und wurde wieder gelöscht. Rauch in bunt geht auch nicht so leicht. Schlussendlich haben wir ein Wasserbecken und gelöste Abtönfarbe in Schnapspinnchen genutzt, welche in eine Holzkonstruktion eingespannt waren. Das entstandene Bild wurde dann noch nachbearbeitet und in die veröffentlichte Fassung gebracht. Dabei gibt es verschiedene Formate für die Flyer, Plakate, WhatsApp-Status, Instagram ...

Aufbau in der Kirche

Und plötzlich ist es November und die Lichtinstallation steht kurz bevor. Es folgen Pressetermine, die Lichtinstallation wird beworben und am Mittwoch vor der Lichtinstallation kommen die gemieteten Lampen an.

Mittwochs werden die Lampen an ihre Plätze gestellt und komplett mit Strom- und Steuerleitungen angeschlossen. Jede Lampe bekommt eine individuelle DMX-Adresse. Diese ist für jede Lampe anders und man kann sich das in etwa wie eine Straße mit den einzelnen Hausnummern vorstellen. Der Steuerbefehl wird vom Computer losgeschickt und die Lampe, für die dieser Befehl bestimmt ist, reagiert darauf. Genauso, wie ein Briefträger, der den Brief an der richtigen Hausnummer einwirft. Nur, dass die Zustellung bei den Lampen zehn Mal pro Sekunde erfolgt.
Das Aufbauen der Lampen dauert mehrere Stunden. Wenn noch zusätzlich Lichtkunstobjekte aufgebaut werden müssen, dauert diese Aufbauphase natürlich deutlich länger. Das Bild links zeigt, wie es bei Anlieferung der Lampen in der Kirche aussieht.

Blick vom Regieplatz

Donnerstags heißt es dann "Feintuning" für die programmierte Lichtshow. Wir starten, sobald die Dunkelheit einsetzt, damit die Farben richtig wirken. Dann wird die Lichtshow am PC gestartet und jede Sekunde genaustens betrachtet. Passt alles zu den Vorstellungen im Kopf? Ist es zu hell oder nicht hell genug? Stoppen die beweglichen Lampen an den richtigen Positionen?

Wir programmieren häufig bis weit nach Mitternacht noch alle Kleinigkeiten um, die nicht so perfekt aussehen, wie wir es gerne hätten. Wenn dann jede Einstellung sitzt, heißt es Kraft tanken für den Tag der Lichtinstallation. Das Bild rechts zeigt den Blick von der Regie auf der Orgelbühne, von wo aus wir dann stundenlang gebannt in die Kirche starren.

Bunt erleuchtete Kirche während der Lichtinstallation

Freitags ist es endlich soweit und wir können der Welt, oder zumindest durchschnittlich 1600 Besuchern, unsere Lichtinstallation zeigen. Bevor wir die Türen öffnen, werden noch letzte Vorbereitungen abgeschlossen und ein letzter Testlauf durchgeführt.
Der Lohn für die ganze Arbeit sind die vielen tollen Gespräche und Rückmeldungen, die wir abends führen und bekommen. Es bereitet uns viel Freude ins Gespräch zu kommen!

Nach wenigen Stunden ist alles auch schon wieder vorbei. 10 Monate Vorbereitung mit mehreren 100 Stunden Arbeit liegen hinter uns und wir schließen müde und glücklich die Türen. Der Abbau ist in knapp 2 Stunden erledigt und das Projekt Lichtinstallation nach dem Abtransport der Lampen abgeschlossen. Zwei Monate Pause gönnen wir uns (in denen wir natürlich schon wieder kreative Ideen spinnen). Und dann geht alles wieder von vorne los.

Wenn Sie bis hier hin durchgehalten haben bleibt uns an dieser Stelle nur Ihnen vielen Dank für Ihr Interesse zu sagen. Vielen Dank auch an alle Unterstützer und unsere Familien, die uns mit Hilfe und viel Verständnis überhaupt erst diese aufwändigen Projekte ermöglichen!

Bis bald
Jonas Wiegert und Matthias Reimann

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Mittwoch 9:00-12:00  
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00  

Aufgrund der aktuellen Situation bleibt das Pfarrbüro bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen, ist aber während der Öffnungszeiten per Telefon und Email erreichbar.

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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