28.02.2026: Aber manchmal sehe ich doch ...

Linderung für den Gekreuzigten? (Foto: H. Plaßmann)

Ich gebe zu: Trotz Brille bin ich häufig ziemlich blind unterwegs und kann grußlos an bekannten Menschen vorbeilaufen. Doch dann wieder gibt es das, was ich im Vorübergehen sehe, wahrnehme … wie z.B. kürzlich diesen „bedeckten Christus“ auf dem Hauptfriedhof.

Ein spontaner Gedanke dazu: Ist es die Natur selbst, die sich des Gekreuzigten annimmt, um ihn zu kühlen und seine Schmerzen zu lindern? Kann das Mitleid der Schöpfung, die wir selber oft in einen bemitleidenswerten Zustand versetzen, mit dem Erlöser so groß sein?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

22.02.2026: Gemeinsam träumen - Liebe sei Tat

Miseror-Hungertuch 2025/26 (Foto: Misereor)

In diesem Jahr verhüllt das letztjährige Misereor-Hungertuch wieder die Kreuze in unseren Kirchen und in der Emmauskapelle. Es trägt den Titel

„Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“.

„Liebe sei Tat“: Welche Betonung wäre Ihnen recht?

Liebe sei Tat“: nicht Arroganz, Hass, Fried- und Freudlosigkeit, Lüge, Betrug …

„Liebe sei Tat“: nicht nur ein schönes, wohliges Gefühl …

„Liebe sei Tat“: Worte wollen nicht bloß Worte bleiben. Sie drängen ins Leben … in unser Leben.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

14.02.2026: Konfetti & Asche

Der "Dattelner Papst" vor Asche und Konfetti (Foto: H. Plaßmann)

Es ist ein recht bekannt gewordener musikalischer Beitrag aus der TV-Krimi-Serie „Babylon Berlin“, die wie ihre literarische Vorlage im Berlin der Weimarer Zeit angesiedelt ist und sich auch mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus beschäftigt: „Zu Asche, zu Staub“. In diesem Lied heißt es u.a.: Zu Asche, zu Staub, dem Licht geraubt. Doch noch nicht jetzt! Wunder warten bis zuletzt!

Die Konfetti-Paraden des Karnevals gehen am Aschermittwoch ebenfalls über in Asche und Staub, sichtbar im Aschekreuz: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ Ja, unser Leben ist vergänglich. Auf das Licht und den Glanz des Lebens folgt das Dunkel des Todes. Doch … zuletzt … ein Wunder … das größte aller Wunder, das uns erwartet: Auferstehung.

Asche und Staub mögen am Ende eines Lebens unausweichlich sein, doch wir Christen glauben: Ebenso ausweichlich folgt diesem Ende ein Neuanfang … auf ewig!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

07.02.2026: Im Nebel

Traumhafte Stimmung am Kanal (Foto: H. Plaßmann)

Am heutigen Samstagvormittag war ich im vernebelten Münsterland unterwegs und sah viele reizvolle Motive, die ich gerne fotografiert hätte. Leider gab es dafür aber keine Gelegenheit.

Der Nebel ähnelt dem Schnee: Er verwandelt die Welt, hüllt sie in eine traumähnliche Atmosphäre. Gleichzeitig ist – gerade im Straßenverkehr – unsere ganze Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert, da er ja unsere Sicht einschränkt.

Es gibt aber noch andere Arten von Nebel … z.B. Vernebelungstaktiken. Und im Autoradio hörte ich unterwegs von dem Nebel, der nach wie vor über der ganzen Affäre um Jeffrey Epstein liegt, der so viele mächtige Menschen um sich geschart hat und die sich in sein Geflecht von Beziehungen und Missbrauch hineinziehen ließen.

Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, hat sich der vormittägliche Nebel aufgelöst: Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Andere Nebel halten sich hartnäckiger – und hindern so die Gerechtigkeit daran, ihren Lauf nehmen zu können.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

31.01.2026: Mit seligem Blick

Platzhalter - Leerstelle (Foto: H. Plaßmann)

Das Nachdenken über das Sonntagsevangelium von den Seligpreisungen (Mt 5,1-12a) führte mich zur Redewendung “mit seligem Blick”. Ich hatte kurz die Idee, ein entsprechendes Foto von mir zu machen, das mich mit eben so einem “seligen Blick” zeigen würde. Das habe ich aber schnell verworfen, denn es wäre wahrscheinlich eine eher gestellte und darum alberne Aufnahme geworden. Somit findet sich diesmal kein Foto, sondern nur ein Platzhalter begleitend zu diesem Impuls.

“Mit seligem Blick” bezeichnet einen Gesichtsausdruck, der sich durch inneren Frieden und tiefes, großes Glück auszeichnet. Vielleicht ertappen Sie sich ja selbst mit diesem “seligen Blick” - oder erleben einen anderen Menschen derart. So könnte Ihnen das biblische “Selig seid ihr” ein wenig näherkommen ...  

Also: Augen auf!

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

24.01.2026: Stell Dir vor

Eine Frage, die auf eine Frage wartet (Foto: H. Plaßmann)

Die Woche mit der ersten Einheit der Erstkommunionvorbereitung liegt hinter mir. Bei den 4 Treffen haben wir uns mit dem Leben von Jesus Christus beschäftigt - und eine Frage an die Kinder lautete, was sie Jesus fragen würden, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten. Vielfältig fielen die Antworten aus, z.B.: Wie alt ist Jesus? Wie sieht es im Himmel aus? Wie fühlt es sich an, Gottes Sohn zu sein? ...  

Aber auch ich habe mir Gedanken gemacht und würde Jesus – Stand heute – folgende Frage stellen: Folgt mein Leben dem Plan, den Gott mit mir hat? Oder bin ich davon abgewichen? Gibt es ihn überhaupt, diesen Plan?

Welche Frage würden Sie Jesus stellen wollen?

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

18.01.2026: Einladung zum Staunen

Dieses kleine Stück Brot ... (Foto: H. Plaßmann)

Einige kurze Gedanken anlässlich des Startes in die Erstkommunionvorbereitung 2026: 

Flugzeuge fliegen: Luft trägt. 

Schiffe schwimmen: Wasser trägt. 

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Bestandteile. 

Und ein Stück Brot kann die Rettung sein ... 

Lädt die Welt nicht zum Staunen ein? 

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

10.01.2026: Kleine Schneemenschen

Kleine Schneemenschen am Wegesrand (Fotos: H. Plaßmann)

"Little ones“, die Kleinen, so habe ich sie insgeheim getauft, die kleinen Schneemenschen, die ich bei meinen Spaziergängen am Kanal in den vergangenen Tagen entdeckt habe. Manchmal nur zwei bis drei Handbreit groß, hätte ich sie vor weißem Hintergrund leicht übersehen können … und ich weiß ja, dass ich dazu neige: Wie mit Scheuklappen unterwegs zu sein und Dinge – und Menschen – zu übersehen …

Aber diese „little ones“ von der trauriger werdenden Gestalt habe ich gesehen. Für sie bin ich stehen geblieben, habe mich kleiner gemacht und bin vor ihnen in die Hocke gegangen und habe sie fotografiert.

Die Welt ist voller „little ones“, nicht nur aus Schnee, sondern auch aus Fleisch und Blut. Sie verdienen es ebenfalls, nicht übersehen zu werden. Auch von mir nicht.

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

03.01.2026: Geen knalkorting op kerstmis

Rabatt-Werbung auf Niederländisch (Foto: SK, H. Plaßmann)

Korting … Stapel korting … und die absolute Steigerung: Knalkorting!

So lauten niederländische Begriffe für Rabattaktionen, die auch in unserem Nachbarland nach den Weihnachtsfeiertagen allgegenwärtig sind. Insbesondere Weihnachtsartikel erleben bereits am ersten verkaufsoffenen Tag nach dem Fest einen rapiden Preisverfall: Der Blick geht nach vorn, zum bevorstehenden Silvesterfest und Jahreswechsel.

Korting … Stapel korting … Knalkorting …

Was wir an Weihnachten mit der Geburt Jesu gefeiert haben, bleibt aber ohne Preisverfall. Was wir an Weihnachten mit der Geburt Jesu gefeiert haben, behält seine Wertigkeit – und bleibt für viele Menschen eine stabile Währung:

Christ, der Retter, ist da!

Eine gesegnete verbleibende Weihnachtszeit (bis zum 11. Januar) wünscht

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

14.12.2025: Gaudete? Gaudete.

Die Trauer-Blutbuche vor dem Kolumbarium St. Antonius (Foto: H. Plaßmann)

Wir haben kürzlich einen Baum gepflanzt, auf dem Rasen vor dem Kolumbarium, eine Trauer-Blutbuche zum Gedenken an die vom Missbrauch betroffenen Menschen in der katholischen Kirche im Bistum Münster. Damit haben wir uns den vielen Pfarrgemeinden angeschlossen, die vor uns einen solchen Baum gepflanzt haben.

Gaudete – Freut euch?

Der Freudenruf des 3. Advents bietet kirchlicher Selbstüberhöhung keine Nahrung. Vielmehr ruft er uns in Erinnerung, was Jesus dem inhaftierten Täufer Johannes ausrichten lässt: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. (Mt 11,5) Und bei Gott Gehör finden werden auch alle vom Missbrauch betroffenen Menschen, betroffen von Machtmissbrauch, betroffen davon, dass man ihnen kein Gehör geschenkt hat, denen man nicht geglaubt hat, denen man teilweise bis heute mit Misstrauen begegnet, die für ihr Leben verwundet sind …

Wir haben die Trauer-Blutbuche gepflanzt, um nicht zu vergessen, um uns zu erinnern und uns mahnen zu lassen … Gott wird seine Gerechtigkeit unter uns aufrichten.

Gaudete – Freut euch!

Eine gesegnete 3. Adventswoche wünscht

Heinrich Plaßmann, Pfarrer

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Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Mittwoch 9:00-12:00  
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00  

In den NRW Ferien ist das Pfarrbüro nur vormittags besetzt.

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

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