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Recklinghäuser Architekten planen Kolumbarium in St. Antonius

Zum Konzept. Der heutige Kirchraum ist sehr konsequent auf den Altarraum als
zentralen Ort fokussiert. Raum und Lichtführung weisen zum Altar, vier annähernd
gleichwertige Eingänge erschließen heute den Raum. Die Transformation des Raumes zum
Kolumbarium erfordert eine Umformulierung und Neuinterpretation des Raumes anhand
folgender Kriterien: Das straßenseitige Seitenschiff nimmt Haupteingang und Foyer auf, der
Kirchraum erfährt dadurch eine Asymmetrie; der Feierraum wird bewusst an einen neuen Ort
verlegt, der durch den Abriss der Empore entsteht; die Mittelachse lässt sich als Weg lesen,
der vom Raum der Feier zum Kreuz, das an seinem historischen Ort verbleibt, und zum Feld
der ewigen Ruhe führt. Die Urnengräber sind in strengen Reihen zu drei Feldern
zusammengefasst; großzügige versetzte Öffnungen durchbrechen die Strenge, ermöglichen
Durchblicke, schaffen Weite, vermeiden Angsträume und dienen gleichzeitig als
Sitzgelegenheiten vor den Gräbern.

Zur Funktionalität. Die Formulierung des Haupteinganges sowie der separate Zugang
zu den Abschiedsräumen stellen die einzigen Eingriffe in die Gebäudehülle dar. Die
Stirnwand des Foyers wird vollständig geöffnet und verglast, der Windfang vergrößert. Die
anderen Eingänge bleiben erhalten, werden jedoch nur zu besonderen Anlässen geöffnet.
Das Foyer ist räumlicher Auftakt zum Kolumbarium, aufgrund der Distanz zu den
Urnengräbern bedarf es keiner weiteren räumlichen Trennung, es verknüpft darüber hinaus
die Abschiedsräume mit dem Hauptraum.
Das Feld der ewigen Ruhe empfängt den Besucher des Kolumbariums, es erhält die
räumliche Weite des Kirchenschiffs, gibt den Blick auf die Glasfenster frei und ermöglicht
Orientierung im Raum. Anlässlich der Feiern kann das Feld vielfältig mit Blumen und Kerzen
geschmückt werden. Die Oberfläche des Feldes trägt zukünftig die Namen aller
Verstorbenen.
Im Kontrast zur Weite des Entrees sind die Urnengräber kompakt zu Reihen und Feldern
geordnet. Die massive Grundstruktur bestehend aus Betonfertigteilen wird durch versetzte
Stahlstege in Einzelgräber unterteilt. Die Stege sind dem Plan entsprechend vormontiert,
können jedoch versetzt werden, um ggf. einem größeren Bedarf an Doppelgräbern gerecht
zu werden. Der vorliegende Plan weist 804 Urnenplätze aus, 60 davon sind derzeit
Doppelplätze. Für die Grabplatten, die sukzessive gesetzt werden, wird das Material Bronze
vorgeschlagen; durch die Ablageflächen vor den Urnenplätzen, durch die Stahlstege und
durch die beschrifteten Grabplatten weist jede Grabstelle ein gutes Maß an individueller
Gestaltungsmöglichkeit auf, ohne dass ein geordnetes Gesamtbild verloren ginge.
Durch den Abriss der Empore wird das große nördliche Fenster in Gänze erlebbar und prägt
den neuen Feierraum. Eine Toranlage, die im Regelfall offen steht, dient der weiteren
Separierung des Feierraumes und ist gleichzeitig Symbol des Weges von der Abschiedsfeier
über das Begräbnis zum Feld der ewigen Ruhe.
Die Abschiedsräume befinden sich im südlichen Anbau. Eine teils mattierte Glaswand schafft
die notwendige Privatheit der Räume und führt Tageslicht in den Flur.

Zum Material. Die dominierenden Materialien des Bestandes sind der gelbe Ziegel und
das farbige Glas. Die neuen Einbauten des Kolumbariums fügen sich mit den farblich
neutralen Materialien Beton und geschwärzter Stahl sowie dem warmen Bronzeton der
Grabplatten in das Material- und Farbkonzept ein. Das Feld der ewigen Ruhe besteht
ebenfalls aus einem Betonsockel, der durch großformatige geschwärzte Stahltafeln
abgedeckt ist. Die Tafeln sind z. T. aufnehmbar und bilden den dauerhaften Begräbnisort.
Sie werden mit den Namen der Verstorbenen beschriftet.
Die beiden Steinwände finden ihren Platz an den Außenwänden des linken und des rechten
Seitenschiffes.

Die Pläne finden Sie hier:

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