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Pfarreirat empfiehlt Umbenennung des Reinhard-Lettmann-Hauses

Über 70 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Sitzung.
Über 70 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Sitzung.

Nach einer intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung hat der Pfarreirat der katholischen Kirchengemeinde St. Amandus am Dienstag (25.06.2019) in einer außerordentlichen Sitzung den Beschluss gefasst, dass er dem Kirchenvorstand empfiehlt, dem Reinhard-Lettmann-Haus einen neuen Namen zu geben. Der Kirchenvorstand ist das für die Gebäudeverwaltung und damit auch die Namensgebung formell zuständige Gremium.

Über 70 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten trotz hochsommerlicher Hitze den Weg ins Reinhard-Lettmann-Haus gefunden. Viele von ihnen nutzten im Rahmen der von Dr. Björn Enno Hermans, Caritasdirektor für die Stadt Essen, moderierten Diskussion die Möglichkeit, den Mitgliedern des Pfarreirates ihre Meinung mit auf den Weg in die Abstimmung zu geben.

Peter Frings, Interventionsbeauftragter gegen sexualisierte Gewalt des Bistums Münster, verwies in seinen Ausführungen unter anderem darauf, dass das Bistum Münster unmittelbar davorstehe, eine externe Expertenkommission mit der Untersuchung des Umgangs mit Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster seit 1945 zu beauftragen.

Nach einer – weiterhin öffentlichen – Beratung unter den Mitgliedern des Pfarreirates fasste der Pfarreirat in geheimer Abstimmung einstimmig den Beschluss, dem Kirchenvorstand zu empfehlen, dem Reinhard-Lettmann-Haus einen neuen Namen zu geben.

Der Kirchenvorstand wird auf der Grundlage dieser Empfehlung in einer seiner nächsten Sitzungen eine Entscheidung zur Namensgebung treffen.

Hintergrund für die empfohlene Umbenennung ist, dass es in den vergangenen Monaten zu einer engagiert und teils hochemotional geführten öffentlichen Diskussion gekommen ist, ob das Pfarrheim neben der St.-Amandus-Kirche umbenannt werden soll. Ende 2018 war bekannt geworden, dass der aus Datteln stammende ehemalige Bischof von Münster, Reinhard Lettmann (+2013), in seiner damaligen Funktion als Generalvikar damit befasst war, dass der Priester Heinz Pottbäcker, der zu diesem Zeitpunkt bereits wegen Missbrauchstaten gegenüber Kindern verurteilt worden war, innerhalb des Bistums Münsters mehrfach versetzt wurde und weiter als Seelsorger tätig war. An mindestens einem weiteren Einsatzort ist es erneut zu Missbrauchstaten durch Pottbäcker gekommen.

Nähere Informationen über die Hintergründe und den Prozess in der Pfarrei finden Sie auch unter https://www.st-amandus-datteln.de/andenken-an-reinhard-lettmann.html

 

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