Nachricht anzeigen

Orgel der St.-Josef-Kirche findet neues Zuhause in Polen

Wo sich bis vor wenigen Tagen noch die Orgel der ehemaligen Dattelner Josefkirche befand, ist deutlich zu erkennen. Nach 30 Jahren in Datteln hat sie eine neue Heimat gefunden. © Lara Teschers

Ein großer Lkw hat am Mittwoch (17.12.) vor der ehemaligen Josefkirche in Datteln gestanden. Arbeiter luden unterschiedlichste Teile aus Holz und Metall ein. Dabei handelte es sich um die Einzelteile der Orgel. Erbaut 1995 von Orgelbau Sauer in Höxter, befand sie sich seitdem zwischen den beiden Ausgängen am Ende des Kirchenschiffs der Hagemer Kirche. Bis sie in dieser Woche von Fachleuten aus Polen abgebaut wurde. Mittwochmittag lagen die Einzelteile aufgereiht auf dem Kirchenboden oder lehnten an Wänden und Säulen. Mehrere Männer verluden sie auf den Lkw. Wo die Orgel 30 Jahre lang hing, war anhand der dunkleren Wandfarbe dahinter noch gut zu erkennen.

Die Orgel aus St. Josef bekommt ein zweites Leben in Polen, genauer gesagt in Lancut, in der katholischen Kirche St. Stanislaus. Das erklärt Pfarrer Heinrich Plaßmann auf Anfrage. Der Kontakt zur polnischen Gemeinde kam über das Internet zustande. Dafür nutzte die Gemeinde St. Amandus, zu der die Josefkirche gehörte, „Instrumente Ladach“, einen professionellen Anbieter für Orgeln.

Es gab zwei Interessenten „Zwei Gemeinden haben sich auf das Inserat gemeldet“, sagt Pfarrer Plaßmann. Neben der polnischen Gemeinde auch eine aus dem Bistum Münster, deren Kirche umgestaltet werde. Diese Gemeinde hätte allerdings mehr Zeit für eine endgültige Entscheidung gebraucht. „Es wäre auch schön gewesen, wenn die Orgel im Bistum Münster geblieben wäre, aber das hat leider nicht geklappt“, so Plaßmann.

„Die polnische Gemeinde war sehr konkret interessiert und hat vom Kirchenvorstand den Zuschlag bekommen“, erklärt er. Lancut befindet sich im Südosten Polens, nicht weit entfernt von der Grenze zur Ukraine. Von Datteln aus ist es eine mehr als zwölfstündige Fahrt dorthin.

In der gotischen Kirche wird die Orgel aus St. Josef dann bald wieder aufgebaut und bekommt so ein zweites Leben. „Die Gemeinde wird sehr viel Freude mit dem Instrument haben“, ist Heinrich Plaßmann überzeugt und spricht den kräftigen Klang der Orgel an: „Das, was sie hat, nutzt sie auch.“

Die Orgel ist bei Weitem nicht das Erste, was aus der im September profanierten Josefkirche verschwindet. So sind die Bänke längst weg, ebenso der Kreuzweg. Auch das große Kreuz, das über dem Chorraum hing, hängt dort nicht mehr. Auf lange Sicht soll bekanntlich die ehemalige Kirche abgerissen werden und an der Stelle ein Mehr-Generationen-Campus entstehen. In vier Gebäuden sollen junge und alte Menschen mit Betreuungsbedarf leben. Träger wird der Caritasverband Ostvest, der mit dem Investor soleo* consult GmbH zusammenarbeitet.

„Es sind noch keine Verträge unterschrieben“, sagt Pfarrer Plaßmann zum aktuellen Stand. Gerade gehe es um Zuschüsse. Schon im September hatte er gesagt, dass der Abriss sicher nicht beginne, solange die Familienbildungsstätte noch das benachbarte Pfarrheim nutze.

Dattelner Morgenpost 19.12.2025, Bericht und Fotos Lara Teschers

Keine Bänke und kein Kreuz mehr, dafür die Einzelteile der Orgel aufgereiht – so sah es am Mittwochmittag (17.12.) in der ehemaligen Josefkirche aus.© Lara Teschers

Zurück

Kontakt

Pfarrbüro St. Amandus
Kirchstraße 25, 45711 Datteln
Tel.:   02363/5652-0
Fax:    02363/5652-21
E-Mail: stamandusdatteln(at)bistum-muenster.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Montag 9:00-12:00 15:00-17:00
Dienstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Mittwoch 9:00-12:00  
Donnerstag 9:00-12:00 15:00-17:00
Freitag 9:00-12:00  

In den NRW Ferien ist das Pfarrbüro nur vormittags besetzt.

Im Notfall

Sollten Sie in einem dringenden Fall (Krankensalbung, Sterbefall) einen Seelsorger benötigen, können Sie sich an die Pforte des Krankenhauses (Tel.: 02363/108-0) wenden, die Sie an einen Priester weitervermitteln kann.

Aktuelle Links zur besondern Zeit

Im Blick

Mit Uns Verbunden

Social

Bei Facebook teilen