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Maria und Josef wollen alle spielen

30 Kinder proben in der Josefskirche für das Krippenspiel am Heiligen Abend

Die Kinder der Amandusgemeinde freuen sich auf viele Gäste in der Josefskirche, wenn sie ihr Krippenspiel aufführen, für das sie bis dahin lange und fleißig geübt haben. —Foto: Bialas

Von Martina Bialas
Datteln. Auf dem Programm steht das Krippenspiel am Heiligen Abend in der Amandusgemeinde. Die kleinen Darsteller sind unglaublich aufgeregt zur ersten Probe in der Josefskirche erschienen. Es gilt vorweg alle Rollen zu besetzen. Und wen wundert’s: Maria und Josef möchten alle gerne spielen.

An diesem Morgen regnet es draußen in Strömen, von weihnachtlichem Flair ist noch nicht viel zu verspüren. Fast 30 Kinder haben die Bänke der Josefskirche besetzt und lauschen der Geschichte, die Julia Körner, eine der organisierenden Mütter, vorliest. Eine Geschichte, die 2012 Jahre alt ist und noch immer nicht an Faszination verloren hat: „Da wurde mitten in der Nacht ein Kind geboren...“.
Ein Lied wird dazu eingeübt, die kleinen Darsteller fallen nur zögernd in den Gesang ein. Julia Körner muss zugeben: „Das ist alles ganz schön schwer, aber auch ganz, ganz schön.“
Die nächste Aufgabe fällt auch nicht leicht. Die Darsteller müssen ausgesucht werden. Zuerst soll die Rolle des brummigen Wirts besetzt werden. Nicht reden, nur brummig schauen, ist hier angesagt. Das möchte natürlich niemand am Heiligen Abend, die Besetzung wird auf später verlegt.
Die Hirten am Feuer werden gesucht, das ist ein wiederum äußerst begehrenswerter Part. David möchte unbedingt ein Hirte am Feuer sein und hat ein vergnügtes Funkeln in den Augen. Die Aufgabe seiner Mutter ist es, ihm zu erklären, dass es natürlich kein echtes Feuer in der Kirche geben wird.
Das Funkeln in den Augen wird weniger, aber David springt nicht ab. Vier Mädchen melden sich für die Rolle des sprechenden Engels. Jule setzt sich durch und sitzt stolz in der Kirchenbank. Gleich fünf Darstellerinnen melden sich für das Spiel der Maria. Keine tritt zurück, somit muss gelost werden. Zettelchen werden vorbereitet und gezogen, ein lächelndes Gesicht bei Franziska, sie hat gewonnen. Bei den vier „Konkurrentinnen“ kullern kleine Tränchen über die Wangen. Auch Josef wird so ermittelt, hier setzt sich Max durch. Wer in diesem Jahr keine Rolle ergattert, darf bei den singenden Engeln mitmachen. Die werden von einer Delegation des Kinderchores die „PEPperonis“ unterstützt. Die leitet C(h)ornichons-Mutter Angelika Laschke und begleitet mit zwei weiteren Müttern an der Gitarre den Gesang. „Gloria in Excelsis Deo“ ertönt es und das klingt schon richtig klasse.
Die Kostüme werden für alle besprochen, eine Menge Arbeit steht bevor. Insgesamt 18 singende Engel bedeuten schließlich auch 18 Flügelpaare und 18 weiße wallende Gewänder. Julia Körner steht wie ein Fels in der Brandung und lächelt, besetzt das jubelnde Volk und lächelt, besetzt den verkündenden Boten – und findet auch noch einen Darsteller für den brummigen Wirt. So langsam lichtet sich für diese Probe das Chaos. Es werden noch einige folgen: für die Texte, den Gesang, das Schauspiel. Alle zeigen sich zuversichtlich, schließlich möchte sich keiner vor den Kirchenbesuchern blamieren. Am 24. Dezember um 15 Uhr dürfen dann die Kinder in der Josefskirche das Wunder einer Nacht zeigen.

INFO 24. Dezember, 15 Uhr, Krippenspiel, Josefskirche.

Dattelner Morgenpost 20.12.2012

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