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Gemeinsam gegen die Einsamkeit

Gemütliche Runde (stehend, v.l.): Margret Lücke, Renate Scholz, Irmgard Schmickmann und Waltraud Chlebowski sind die Begründerinnen des monatlichen Treffs für Alleinstehende im Reinhard-Lettmann-Haus. —Foto: Bialas

Einmal im Monat bietet die kfd St. Amandus einen Nachmittag für Alleinstehende. Und diese Treffen bieten viel mehr als nur Gemütlichkeit.

Seit gut einem Jahr bietet die kfd St. Amandus einmal im Monat einen gemütlichen Treffpunkt für Alleinstehende im Reinhard-Lettmann-Haus. Eine muntere Runde hat sich etabliert, die sich noch weitere Mitstreiterinnen wünscht.

Margret Lücke, Renate Scholz, Irmgard Schmickmann und Waltraud Chlebowski von der kfd St. Amandus hatten vor einem Jahr die Idee, einen Sonntagstreff für Alleinstehende anzubieten. Sonntags, weil gerade dann einem die Decke auf den Kopf fallen kann: Die „Kinder“ und Freunde sind mit ihren eigenen Familien unterwegs, die Geschäfte haben geschlossen und Datteln bietet nicht immer das Unterhaltungsprogramm, das man sich an so einem Nachmittag wünscht.

Jetzt gibt es den kfd-Treffpunkt, damit niemand in Einsamkeit verfallen muss. Die Räumlichkeit im Reinhard-Lettmann-Haus gefällt allen Teilnehmerinnen gut. „Es ist ein geschützter Raum, der gibt Sicherheit“, meint Margret Lücke. Abwechselnd bringen sie und ihre Mitstreiterinnen einen Kuchen mit.

Das Treffen soll aber kein gemütlicher Kaffeeklatsch werden. Die Frauen sind zwischen 70 und 90 Jahre alt, ihre Bedürfnisse sind unterschiedlich. Trotzdem wissen alle genau, was sie wollen: gute Unterhaltung. Und so werden nach der Begrüßung aktuelle Themen besprochen oder es wird einfach mal ein Hörgeräte-Tipp ausgetauscht. Herzhaftes Gelächter ertönt, wenn sich Verwandtschaftsverhältnisse bei neugieriger Familien- und Ahnenforschung herausstellen.

Monika Neuendorf kommt extra aus Oer-Erkenschwick angefahren. Ihre einstige Mühlenbach-Schrebergarten-Nachbarin Ingrid Zöllner hat sie eingeladen. Beiden Frauen gefällt es im Treff sehr gut. Zusammen hat man bereits Vorstellungen im Katielli oder Aufführungen des Amateurtheaters St. Amandus besucht. Feste von Vereinen oder karitativen Institutionen in der Kanalstadt sind ebenfalls beliebte Anlaufpunkte der Frauen. Und wenn das Wetter die Planungen umstößt, gibt es spontan vergnügliche Gesellschaftsspiel-Nachmittage. Eher selten sind indes Ausflüge. Der Grund: Einige der Frauen sind auf ihren Rollator angewiesen und die Geh-Hilfen passen nicht alle in die vorhandenen Autos. Die vier Organisatorinnen machen sich über diese Situation schon lange einen Kopf, doch es fehlt die Lösung.

Zurzeit wird über eine Aufteilung der Gruppe nachgedacht, um die Angebote nicht einschränken zu müssen. Wanderungen oder auswärtige Ziele wären somit aber nur für die körperlich fitteren Teilnehmerinnen möglich.

„Das ist keine wirkliche Option“, hadert Waltraud Chlebowski. „Wir brauchen einen kleinen Bus mit Fahrer“, wirft eine Teilnehmerin lachend in die Runde. Irmgard Schmickmann schwächt ein wenig ab: „Ein Wagen mit größerem Kofferraum würde schon reichen.“ An der Lösung wird weiter gearbeitet. Vielleicht stoßen aber auch neue Teilnehmerinnen mit einem Auto dazu.

Alle Interessierten sind willkommen, unabhängig von Konfession, Alter oder Wohnsitz. Auch nur reinschnuppern ist erlaubt, niemand muss sich verpflichten. „Wir sind eine offene Gruppe und das soll auch so bleiben“, sagt Renate Scholz.

Dattelner Morgenpost vom 11.04.2018 - Martina Bialas

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