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Engagierter Streiter für die Hospize

Verbringt gerne Zeit in seinem Garten: Hans Overkämping

Datteln. (tz) Er hat in den vergangenen drei Jahren höchste Auszeichnungen und Ehrungen erfahren: Er trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein, der Bundespräsident verlieh ihm 2018 das Bundesverdienstkreuz, und im vergangenen Jahr erhielt er mit der Stadtplakette die höchste Auszeichnung, die Datteln zu vergeben hat. Heute (18.9.) wird der emeritierte Pfarrer Hans Overkämping 80 Jahre alt.

Die geplante große Geburtstagsfeier fällt allerdings aufgrund der Corona-Pandemie ins Wasser. „Dann feiern wir im nächsten Jahr eben 80 plus 1“, sagt der beliebte und engagierte Seelsorger mit einem Schmunzeln.

Geboren und aufgewachsen in Rhede erlernte Hans Overkämping zunächst das Handwerk des Webers und Spinners. Er war bei den Pfadfindern und im Deutschen Roten Kreuz aktiv. Diverse Erlebnisse, die mit dem Schicksal anderer Menschen zu tun hatten, ließen in ihm den Entschluss reifen, Priester zu werden. Er holte das Abitur nach und studierte danach Theologie unter anderem bei Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt, bei Karl Rhana und Johannes Metz und empfing schließlich 1972 die Priesterweihe.

Nach diversen Kaplanstellen wurde Overkämping Krankenhausseelsorger am Elisabeth-Krankenhaus in Recklinghausen. Eine Aufgabe, die sein weiteres Leben entscheidend prägen sollte. Er gründete mit Mitarbeitern des Krankenhauses 1986 das „Hospiz zum Heiligen Franziskus“ und zählte zu den Mitbegründern der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, heute als Deutscher Hospiz– und Palliativverband bekannt, der ihm für seinen unermüdlichen und ehrenamtlichen Einsatz 2012 den Ehrenpreis verlieh.

1988 wurde Overkämping Pfarrer in der Pfarrgemeinde St. Josef in Datteln. Mit seiner bodenständigen Art, auf Menschen zuzugehen und mit klaren Worten in seinen Predigten erreichte er schnell die Herzen der Gläubigen. Außerdem setzte sich vehement für die Ökumene ein. Auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven priesterlichen Dienst blieb er dem Seelsorgeteam erhalten, liest Messen und begleitet Verstorbene auf dem letzten Weg.

Als Pionier der Hospizbewegung ist und bleibt er in diesem Bereich aktiv, ist Ansprechpartner für Patienten und deren Angehörige des Dattelner Elisabeth-Hospizes. Und er hat die Arbeit des „Wohnhauses für Anne und Klaus“ der Lebenshilfe unterstützt und dazu beigetragen, dass die „Kleine Oase“, das Kurzzeitpflegeheim für behinderte Kinder und Jugendliche, im Schatten der Josef-Kirche errichtet werden konnte.

An seinem Ehrentag werden viele dankbare Menschen dem beliebten Priester gratulieren. Auch die Morgenpost schließt sich den Glückwünschen an: „ad multos annos“ – auf viele Jahre.

Dattelner Morgenpost vom 18.9.2020

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