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Ein Ort zum Abschied nehmen

Pfarrer Heinrich Plaßmann und Pastoralreferentin Maria Hölscheidt zeigen einen der beiden Abschiedsräume im Kolumbarium. -Foto: Kuhlmann

Das Kolumbarium bietet seine Räume in der Krisenzeit kostenlos an.

Datteln. (skm) Den Tod einer geliebten Person zu akzeptieren ist nicht leicht, vor allem dann nicht, wenn man nicht richtig Abschied nehmen kann. Gerade in Zeiten der aktuellen Corona-Pandemie kann nicht jeder Angehörige bei einer Bestattung dabei sein. Auch in Krankenhäuser durften lange Zeit keine Besucher hinein. Auch heute noch ist der Besuch in der Klinik nur sehr eingeschränkt erlaubt.

Umso wichtiger sind in einer solchen Zeit Abschiedsräume. Davon gibt es auch im Kolumbarium der St.-Amandus-Gemeinde zwei, die bis vor kurzem gegen eine Gebühr genutzt werden konnten. Ab sofort ist das Angebot dank des Einsatzes des Kolumbarium-Ausschusses der Gemeinde jedoch für alle kostenlos.

Gerade in der Krisenzeit ist nicht jeder finanziell gut aufgestellt. "Es soll nicht am Geld scheitern, Abschied nehmen zu können", sagt Heinrich Plaßmann, Pfarrer der Dattelner St.-Amandus-Gemeinde. In den Abschiedsräumen im Kolumbarium können vier bis fünf Menschen mit ausreichend Abstand Platz finden. Der Raum ist geräumig und durch das Tageslicht sehr hell. Auf einem hölzernen Podest wird der Sarg aufgebahrt, eine silberne Platte wirkt kühlend, zudem läuft eine Klimaanlage, sodass der Sarg einige Zeit im Raum stehen kann.

Der Zugang zu den Räumen erfolgt über den Bestatter. "Viele halten es nicht mehr für nötig", weiß Maria Hölscheidt, Pastoralreferentin der Amandus-Gemeinde. "Aber Abschied zu nehmen ist wichtig." Für die Zeit haben die Familie und Angehörige ihren eigenen Raum, der vom Rest des Kolumbariums getrennt ist. "Dort ist man unter sich", sagt Hölscheidt, es sei viel privater und persönlicher als auf dem Friedhof. Im Kolumbarium am Westring gibt es zwar Urnenbestattung, "aber ein Sarg repräsentiert den Menschen mehr als eine Urne", sagt Hölscheidt. Deswegen sei das Abschiednehmen auch so wichtig. "Für den Abschied müssen wir immer Platz lassen."

Dattelner Morgenpost vom 11-07.2020

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