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Das Zelt des Allerheiligsten

Pfarrer Ludger Schneider öffnet das Tabernakel der St.-Amandus-Kirche.

Datteln. (skm) Gut verschlossen und umgeben von einem prunkvollen Sakrament wird "das Allerheiligste" der katholischen Kirche aufbewahrt. Pfarrer Ludger Schneider öffnet die Tür des Tabernakels, ein wichtiger Bestandteil der Kirche.

"Tabernakel bedeutet Zelt", erklärt der Pfarrer. Aufbewahrt werden darin die Hostien, die nach katholischer Lehre Leib Christi sind und bleiben. "Es ist ein Stückchen Brot, aber der Inhalt ist Jesus Christus selbst." Im Normalfall mache der Pfarrer auch einen Kniefall, bevor er das Tabernakel öffne. "Das mache ich nur für jemanden, der größer ist als ich", sagt er, während er die goldenen Türen des Tabernakels aufschließt. Der Schlüssel dafür befindet sich in der Sakristei in einem Tresor und wird nur von wenigen Menschen genutzt. Das Sakramentshaus, das das Tabernakel umgibt, stammt aus dem 16. Jahrhundert. "Der untere Teil ist älter, die Spitze wurde restauriert. Wahrscheinlich ist das Sakrament ursprünglich einmal farbig gewesen." Das Tabernakel wurde erst später hineingesetzt. Zwei oder drei goldene Kelche enthalten die Hostien.

Verteilt werden diese bei der Eucharistiefeier. "Nach dem Gottesdienst werden die Hostien aber nicht einfach entsorgt", betont Schneider. In jeder katholischen Kirche werden sie vom Tabernakel beschützt. In der St.-Amandus-Kirche steht er im ältesten Teil der Kirche, im alten Chorraum in unmittelbarer Nähe zum ewigen Licht.

"Hostien sind immer da", sagt Schneider - auch, wenn sie sich an einem Tag im Jahr nicht im Tabernakel befinden. Wenn das ewige Licht an Karfreitag nach der Feier des letzten Abendmahls erlischt, steht auch das Tabernakel leer und offen und lässt den Kirchenbesuchern einen Blick ins Innere gewähren. "Erst nach der Osternacht wird er wieder verschlossen", sagt Schneider.

Dattelner Morgenpost 24.12.2018

 

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