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Besuch in der alten Heimat

Wieder einmal in seiner alten Heimat: Pater Theo Mönnich feierte in Datteln sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Heute fliegt er zurück nach Japan.  -Foto: Schmitz

Pater Theo Mönnich war aus Anlass seines Jubiläums in Datteln.

Datteln. (tz) Anlässlich des 60. Jahrestages seiner Priesterweihe, die er am 27. September 1959 empfing, weilte Pater Theo Mönnich wieder einmal in seiner alten Heimat, um dieses Jubiläum gemeinsam mit seiner Familie, Freunden und der Gemeinde zu feiern.

Heimat ist für den Ordensbruder ein dehnbarer Begriff. Denn wenn er am 6. November 85 Jahre alt wird, dann ist er schon wieder in Japan, das für ihn quasi seine neue Heimat bedeutet.

Theo Mönnich blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Am 6. November 1934 wurde er als Sohn einer Klosterner Bauernfamilie im Vincenz-Krankenhaus geboren. Während des Zweiten Weltkrieges kam er im Rahmen der Kinderland-Verschickung nach Schöffau in Oberbayern und wurde dort in einer Familie aufgenommen, die ihn wie einen eigenen Sohn behandelte. Auch das war für Theo Mönnich Heimat.

Er besuchte dort die Volksschule und wechselte mit elf Jahren zum Gymnasium in Günzburg, finanziell unterstützt auch von seiner damaligen Pflegefamilie. 1953 legte er sein Abitur ab.

"Ich wollte Priester werden", schildert Theo Mönnich seinen weiteren Lebenslauf. Er kam in die Ordenshochschule der Redemptoristen in Gars am Inn, um Theologie und Philosophie zu studieren. "Schon damals hatte ich den Wunsch, als Ordenspriester nach Japan zu gehen," sagt er. Und als sein Orden dort eine Missionsstation eröffnete, ging sein Wunsch nach seiner Priesterweihe in Erfüllung.

"Ich muste natürlich erst die Sprache büffeln, die von der Grammatik her gar nicht so schwer ist. Aber viele Worte werden in Schriftzeichen ausgedrückt. Und das zu verstehen, ist gar nicht so einfach." Theo Mönnich nimmt seinen Kalender hervor, der ihm gleichzeitig auch als "Vokabelheft" dient. "Man muss immer wieder dazu lernen", gesteht er.

Hinsichtlich der unterschiedlichen Religionen gebe es in Japan keine Berührungsängste. Sympathie und Harmonie stünden an erster Stelle.

Und zu Weihnachten oder zu Hochzeiten würden die vom Buddhismus geprägten Japaner auch christliche Kirchen besuchen. "Das Christentum ist sehr angesehen."

Einmal im Jahr kommt Pater Theo nach Möglichkeit von seiner neuen in seine alte Heimat. Gern erinnert er sich an die Pfarrfeste im ehemaligen Höttingzentrum, bei denen er auch in Kutte Fußball spielte.

Wenn er in Datteln ist, wohnt er bei seinem Bruder Heinrich an der Eichenstraße, um von dort aus Tagestouren zu unternehmen, um Freunde und Bekannte zu besuchen. Heute geht es dann wieder zurück nach Japan - bis zum nächsten Jahr.

Dattelner Morgenpost vom 18.10.2019

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