Aktuell > Aktuelles > Aktuelles - Nachricht lesen

Nachricht anzeigen

Begleiter auf dem Weg zur Weihnacht

Das erste musikalische Großereignis in Dattelns neuer Großgemeinde St. Amandus ist gelaufen. Oder besser gesagt: gespielt und gesungen. Unter Leitung von Kantor Michael Kemper gab es die Kantaten I bis III des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach.
Und zwar historisch aufgeführt vom 65-köpfigen Chor „Amandus cantat“, dem Bach-Collegium Westfalen mit den hohen, ventillosen Trompeten des Barock und anderen alten Instrumenten sowie den Solisten Beate Spaltner (Sopran), Sibylle Kamphues (Alt), Hans-Jörg Mammel (Tenor) und Eric Sohn (Bass). Die erste Hälfte also jenes gewaltigen Werkes des Thomas-Kantors Bach.Viele der „Ohrwürmer“ sind nicht ursprünglich für das Oratorium komponiert, sondern teils von Bach aus seiner Schublade geholt und von Textdichter Picander mit neuen Texten versehen worden. Verbunden durch von Bach neu geschaffene Rezitative für den erzählenden Evangelisten. Hier interpretiert von Tenor Hans-Jörg Mammel, der in seinen Arien teils schwierige Koloraturen – schnelle Abfolgen von Tönen mit kurzen Notenwerten gleicher Länge – zu meistern hatte. Duette, Arien und Rezitative lagen bei den Solisten in guten Händen. Einige Probleme hatten witterungsbedingt die Mitglieder des Bach-Collegiums mit ihren historischen Holzblasinstrumenten. Bei den kühlen Temperaturen in der Kirche benötigten sie längere Stimmphasen zwischen den Kantaten.Der Chor, der mit viel Arbeit, Geduld und Liebe zur Musik neun Monate lang geprobt hat, zeigte sich in bester Musizierlaune. Viele Zuhörer im fast komplett gefüllten Kirchenschiff sangen die Melodien leise mit. Die Choräle – alles Höhepunkte der Sakralmusik – kamen sicher, sauber, Sinn betont.Pfarrer Martin Limberg hatte das Konzert eröffnet: „Wäre Christus 1000 Mal in Bethlehem geboren und nicht einmal in dir, die Welt wäre verloren.“ Eine Welt jedoch, in der Menschen ihre Mitmenschen mit so schöner Musik erfreuen, die kann nicht verloren sein. Die erste Adventskerze in Amandus zeigte, dass Menschen auf dem Weg sind zum Licht der Weihnacht. Es gab großen Beifall für die aus dem Alltag entführende schöne Musik als Begleiter auf diesem Weg. Und noch einmal das gejubelte „Jauchzet, frohlocket…“ als Zugabe.
Neun Monate Probe zahlen sich aus.

(jr) DATTELNER MORGENPOST

 

Zurück

Social

Bei Facebook teilen