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Allein zur Erstkommunion

Lea Franke ist am Sonntag vor Christi Himmelfahrt als einziges Kind in St. Amandus zur Erstkommunion gegangen. Sie erzählt, wie sie das besondere Fest erlebte.

Von Sarah Kuhlmann

Während jeweils sieben Kinder aus Datteln am Donnerstag und am Sonntag zur Erstkommunion gehen werden, hat Lea Franke diesen besonderen Tag schon hinter sich. Sie ging am Sonntag als einziges Kind zur Kommunion in der St.-Amandus-Kirche. So etwas gab es bisher noch nicht, denn eigentlich war vorgesehen, dass 72 Kinder zur Kommunion gehen.

Noch vor der Pandemie hatte sich die Achtjährige für diesen Tag entschieden. Nach und nach sprangen während der Corona-Krise ihre Freunde und andere Kommunionkinder ab. Sie möchten lieber erst kommendes Jahr ihre erste heilige Kommunion feiern.

Aufregung vor dem großen Tag

Aber Lea hatte sich den Tag fest in den Kopf gesetzt. "Wir haben ihr die Möglichkeit gegeben, dass sie auch nächstes Jahr gehen kann", sagt Mutter Liane Franke. "Aber Lea wollte gerne in diesem Jahr."

In den letzten Tagen war Lea sehr nervös. Wie die Erstkommunion abläuft, das wusste sie bereits von ihrem großen Bruder. Am Anfang fand ihr Kommunionunterricht auch noch in der Gruppe statt, dann wurden Lea und die anderen Kinder zu Hause mit Materialien versorgt.

Am Samstag übte sie gemeinsam mit ihrer Familie das Glaubensbekenntnis, so lange, bis sie es einwandfrei auswendig konnte. "Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen", so aufgeregt sei sie vor ihrem großen Tag gewesen, sagt Lea. Am meisten hatte sie sich darauf gefreut, ihre erste Hostie in Empfang zu nehmen. Dass ihre Freunde nicht dabei sein konnten, war für sie okay. "Meine Familie war ja dabei." Darunter war auch ihre Patentante Sara. Dass sie dabei ist, war Lea besonders wichtig.

Kerzen als Zeichen der Zusammengehörigkeit An den anderen beiden Terminen hätte Sara nicht gekonnt. Deshalb ging Lea lieber alleine zur Kommunion und konnte ihre Eltern und ihre Taufpaten Sara und Gerd mit deren Partnern dabei haben. Außerdem stellten die anderen Kommunionkinder für Leas Kommunion ihre Taufkerze in die Kirche - als Zeichen der Zusammengehörigkeit, so Pastoralreferent Michael Wichmann. Auch für ihn und die St.-Amandus-Gemeinde war die Kommunion "eine besondere Situation". Wichmann erinnert sich an keine Erstkommunion für nur ein Kind. "Es war ein sehr würdiger, ein sehr schöner Moment", sagt Wichmann. Eigentlich wären am Sonntag etwa 25 Kinder zur ersten heiligen Kommunion gegangen. Bis vor Kurzem wollten noch zehn Kinder teilnehmen. Als die Gemeinde dann aber die Corona-Bedingungen mitteilte, sprangen neun Familien ab. Die Gründe dafür seien ganz unterschiedlich gewesen, sagt Wichmann. "Bei einigen Familien war die Vorbereitungszeit schwierig, andere Familien wollten Gleichheit zwischen Geschwisterkindern und bei anderen Familien war der Rahmen nicht so toll, denn Großeltern hätten nicht dabei sein dürfen."

Zwei weitere Termine stehen noch an: am Donnerstag, 21. Mai, und am Sonntag, 24. Mai. Für diese beiden Termine sind jeweils sieben Kinder angemeldet. "Wir probieren im Moment viel aus und planen", sagt Wichmann. "Aber wir sind immer mit ganzem Herz dabei, egal, ob es ein Kind ist oder mehrere."

Infokasten:

Erste heilige Kommunion in der katholischen Kirche Als erste heilige Kommunion bezeichnet man den ersten Empfang der geheiligten Gaben von Brot und Wein, die dem katholischen Glauben nach den Leib und das Blut Christi repräsentieren.

Die Kommunionkinder in Deutschland sind in der Regel im dritten Schuljahr. Der Erstkommunion geht ein Kommunionunterricht voraus, der, ebenso wie die erste Kommunion, kindgerecht gestaltet wird. Die Vorbereitung findet oft in Kleingruppen statt. Vor der Erstkommunion beichten die Kinder außerdem das erste Mal.

In der evangelischen Kirche gibt es keine Erstkommunion. Im Alter von etwa 14 Jahren werden jugendliche evangelische Christen während ihrer Konfirmation in die Gemeinde der Erwachsenen mit aufgenommen.

Dattelner Morgenpost vom 19.05.2020

 

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