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Venezianischer Glanz

Chorkonzert in St. Amandus

Ad Honorem Claudio Monteverdi    -     „ Cantate domino canticum  novum“

Zusammen mit Studierenden, Kollegen und Gastdozenten der Detmolder Musikhochschule veranstaltet Monika Bovenkerk am 14.05.2017 um 18:00 Uhr ein Konzert mit Werken  des Venezianers Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz in unserer Amanduskirche. Auf dem Programm stehen Motetten, Psalmvertonungen und Geistliche Konzerte von C. Monteverdi und H. Schütz.

Der vor 450 Jahren geborene Monteverdi ( 1576 – 1643)  hat  spektakuläre Neuerungen in den Kompositionsstil seiner Zeit  eingeführt, indem er  mit seiner neuen emotionalen Tonsprache Inhalt und Bedeutung der Worte den Vorrang gegenüber der Musik gab. Die Affekte sollten vom Zuhörer erlebt werden und das Herz gerührt werden. Vor diesem Hintergrund gaben Polyphonie und strenger Kontrapunkt zugunsten des  homophonen Gesangs, in dem die Bedeutung des Textes die Herrschaft innehatte,  zunehmend ihre bisherige  Vormachtstellung ab. Durch diesen Wandel begründete Monteverdi zusammen mit anderen Komponisten und Textdichtern die Geburtsstunde der Oper und der  solistischen Vokal – und  Instrumentalmusik.

Der in Dresden wirkende, schon damals  in der Musikwelt hochverehrte  Heinrich Schütz hat sich durch zwei  längere Studienaufenthalte in Italien (vor allem bei Andrea Gabrieli )  von dieser Strömung begeistert mitreißen lassen und den neuen „Stile moderno“  mit nach Deutschland gebracht; auf geniale Weise  verknüpfte er die Errungenschaften der neuen musikalischen Ausdrucksmittel mit den Bausteinen seiner eigenen musikalischen Tonsprache.

Starke dynamische Kontraste, Mehrchörigkeit – Monteverdi hat in  San Marco in Venedig  die vielen Emporen für seine  mehrchörigen Werke  akustisch eindrucksvoll genutzt -  virtuose Koloraturen, ausdrucksstarke Dissonanzen und ein Katalog musikalischer Figuren, angelehnt an die rhetorischen Figuren einer wohlgestalteten Rede, seien hier als Kompositionsmittel für die „neue Musik“ genannt. Trotzdem findet man in allen Kompositionen die ehrbare Kontrapunktik wieder, die vor allem Schütz immer als  unerlässliche Grundlage eines guten Kompositionsstudiums ansah.

Beide Komponisten legen mit ihrer kunstvoll berührenden und prächtigen Musik ein starkes und Glauben stiftendes, religiöses Zeugnis ab. Davon möchten die Musiker – Gesangssolisten, Chor, Streicher, Holz-und Blechbläser, eine Basso Continuogruppe - die Zuhörer in der geistlichen Abendmusik überzeugen.

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