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Musikalische Glanzlichter

Erste „Nacht der Kirchenmusik“ begeistert rund 300 Zuhörer

Die Krönungsmesse von Mozart mit dem Bachkollegium Westfalen, dem Vocalensemble der Amandusmusik und den choreigenen Solisten Tatjana Kemper-Raff, Birgitt Hammelrath, Achim Brand und Norbert Kozubek. —Foto: Rottmann

Von Jürgen Rottmann
Datteln. Als die erste „Nacht der Kirchenmusik“ in St. Amandus kurz vor Mitternacht am Freitag endete, war allen Beteiligten klar: Dieses Musikereignis ruft nach einer Wiederholung. Rund 300 Musikfreunde waren begeistert.

Pfarrer Martin Limberg mochte in seiner launigen Begrüßung den frühen Abend des Programmbeginns (19 Uhr) noch nicht als „Nacht“ gedeutet wissen, war aber gespannt, wie sich das neue Format in die Reihe der „Nächte der...“ Museen, Lichter, Städte, Shopingmeilen und was auch immer einfügen würde. Stehe doch die Nacht in der menschlichen Erfahrung eher für Dunkelheit, Gefahr oder Verlassenheit: „Die Kirchenmusik aber kann ein helles Licht sein, dessen Strahlen die Dunkelheit durchbrechen und Trost spenden.“

Und das erste strahlende Licht zündete Kantor Michael Kemper an der Orgel an. Dabei wurde die „Phantasie und Fuge über den Choral der Wiedertäufer „Ad nos, ad salutarem undam“ aus der Oper „Der Prophet“ von Giacomo Meyerbeer zu einem Genuss für die faszinierten Zuhörer. Dank Video-Übertragung des ehrenamtlichen St. Amandus-Technik-Teams war das halbstündige Werk nicht nur zu hören, sondern der virtuose Michael Kemper an seinem Arbeitsplatz auch auf der Großleinwand zu sehen.

Auch Kreiskantor Thorsten Maus aus Recklinghausen überzeugte mit einer fulminanten Interpretation der „5. Symphonie“ f-moll op. 42.1 des französischen Organisten und Komponisten Charles Marie Widor mit der berühmten „Toccata“ als Schlusssatz. War Maus hier noch meisterlicher Solist, so erwies er sich bei der Mottete „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy als einfühlsamer Begleiter für die überzeugende Solistin Tatjana Kemper-Raff (Sopran) und das bestens aufgelegte Vocalensemble der Amandus-Musik. Eine hörenswerte Symbiose aus hervorragend geführten musikalischem Ehrenamt und kompetentem Hauptamt.

Gleiches gilt auch für Mozarts Legenden umwobene Krönungsmesse von 1779. Ein heller Stern am Himmel dieser eindrucksvollen Nacht der Kirchenmusik. Exzellent dargeboten von den choreigenen Solisten Tatjana Kemper-Raff (Sopran), Birgitt Hammelrath (Alt), Achim Brand (Tenor) und Norbert Kozubek (Bass), dem Vocalensemble der Amandus-Musik und dem Bachkollegium Westfalen unter der Gesamtleitung von Michael Kemper.

Das mit Instrumenten barocker Bauart und Stimmung musizierende Orchester um die Konzertmeisterin Ina Grajetzki aus Haltern zeichnete auch verantwortlich für die „Tanzrunde“ der Nacht. Mit der Orchester-Suite Nr. 3 in D-Dur, BWV 1068.

Große Musik und großer Beifall machten Appetit auf weitere „Nächte“ dieser Art. Zufriedene Gesichter und gute Pausen-Gespräche über Musik, Gott und die Welt, inspiriert durch ein Gläschen „Roten“ und Häppchen im Turm oder in der Sakristei, angerichtet vom Förderverein Amandus-Musik.

„Guter Mond ...“, gesungen von Mitwirkenden und Zuhörern, beschloss eine Nachtschicht voller sakral-musikalischer Glanzlichter in St. Amandus.

 

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Die Krönungsmesse von Mozart mit dem Bachkollegium Westfalen, dem Vocalensemble der Amandusmusik und den choreigenen Solisten Tatjana Kemper-Raff, Birgitt Hammelrath, Achim Brand und Norbert Kozubek.  —Foto: Rottmann

Text und Bild: Jürgen Rottmann, Dattelner Morgenpost vom 11.11.2013

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